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Ich packe meinen Tierkoffer

Jungolino

JungolinoIch muss meinen Testspielern einmal ein großes Lob aussprechen: wenn ich ein Spiel auf den Tisch packe, kommen nur extrem selten Kommentare, dass ein bestimmtes Spiel so gar nicht in den Geschmack meiner Spieler fällt – sogar, wenn ich sicher weiß, dass das sehr wohl der Fall ist. Den kleinen Aufstand bei zwei Musikspielen kann ich ihnen daher auch gerne verzeihen.

Aber bei manchen Spielen gibt es doch hochgezogene Augenbrauen. Dennoch werden auch diese Spiele getestet – bei manchen Spielen auch mit dem Gedanken „Sonst hast Du ja niemandem zum Testen“. Bei Jungolino sorgte bereits die Schachtel für erstaunte Blicke, und die Altersangabe auf der Verpackung (ab 4 Jahre) machte dann endgültig klar, dass das Spiel eigentlich für eine etwas andere Zielgruppe gedacht ist. Aber spätestens seit dem Schatz von Castellina ist man wohl einigermaßen willig, auch einmal ein Kinderspiel zu versuchen, weil diese manche Erwartungen, die man gemeinhin an ein Spiel stellt, umwerfen.

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Höhere Artistik

Voila

VoilaManchmal überraschen Verlage uns mit ihren Spielen – besonders, wenn wir von einem Verlag Spiele einer bestimmten Art gewohnt sind und dann auch erwarten, der Verlag dann aber etwas ganz anderes produziert. So geschah es dieses Mal u.a. bei den Letten von Brain Games. Eigentlich kennen wir sie ja als Produzenten von Spielen für Gelegenheitsspieler, bei denen das Denkvermögen gereizt wird. Ein 'echtes' Geschicklichkeitsspiel kennen wir von ihnen eher nicht.

Aber genau das ist Voila!, ein Spiel im Zirkusmilieu. Auf der Jagd nach Punkten verschiebt man Zirkusartisten und macht so manche anderen Stunts, wobei Geschwindigkeit und Geschicklichkeit wichtiger sind als große Denkleistungen. Spaß kann auch so etwqas machen – wir haben uns dies Spiel deshalb auch genauer angesehen.

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Spion gegen Spion

Agent Undercover

Agent UndercoverDer Begriff "Partyspiel" wird oft falsch verwendet. Ich persönlich finde, dass ein Partyspiel mindestens fünf Spieler benötigen sollte und auch mit einer zweistelligen Anzahl Spieler noch gut spielbar sein sollte. Viele Verlage stempeln das Etikett "Partyspiel" aber schon auf alles, was mit mehr als sechs Spielern gespielt werden kann – und wenn dann noch mindestens drei Spieler dabei sein sollten, ist das Etikett beinahe schon automatisch zu finden.

So auch bei dem "kreativen und kommunikativen Partyspiel" Agent Undercover von Piatnik. Einer der Spieler ist ein Undercover-Agent, der nicht weiß, wo er sich befindet, und aus den Unterhaltungen der anderen Spieler herausfinden muss, wo er oder sie sich befindet. Die anderen Spieler müssen die Identität des Agenten herausfinden. Für das ganze haben beide Seiten acht Minuten zur Verfügung.

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Rennende Militärs

Race to Berlin

Race to BerlinWir schreiben das Jahr 1945. In Europa liegt der Weltkrieg in den letzten Zügen. Das deutsche Reich hat seine Eroberungen schon wieder verloren, und die Alliierten und Sowjettruppen machen sich bereit für den letzten Vorstoß – ins märkische Land, zur Hauptstadt des Reiches. Die Frage ist nur: Welche Seite schafft den weiten Weg zuerst?

Genau dies ist die Situation im Brettspiel Race to Berlin – auch wenn sie nicht historisch ist. Es gab zwar ein Wettrennen, aber nach dem Vertrag von Jalta (und den Schwierigkeiten und Verzögerungen, die die Westfront am Rhein erlitten hatte) gingen die Westalliierten daran, den Süden Deutschlands (die heutigen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern) endgültig zu säubern und die Osteroberung den Sowjettruppen zu überlassen. Dort aber entbrannte ein – von Stalin gefördertes – Rennen zwischen den Marshals (in etwa einem Fünf-Sterne-General bei den US-Truppen zu vergleichen) Georgy Konstantinovich Zhukov und Ivan Stepanovich Konev, wer als erster in Berlin sein würde und den Reichstag besetzen könnte. Ja, das ist eine sehr grobe Übersicht über die Ereignisse, immerhin wollten gerade die Briten sehr wohl versuchen, Berlin selbst zu erobern. In unserem Spiel geht es daher um ein Rennen zwischen West- und Ostalliierten.

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Giftsucher

A Battle of Wits

A Battle of WItsWahrscheinlich eine der bekanntesten Szenen in A Princess Bride ist die Szene mit dem vergifteten Wein. Der Mann in Schwarz und Vizzini und zwei Weingläser – und die Frage, welches Glas man nehmen muss, um nicht vergiftet zu werden. Nur sind im Film beide Gläser vergiftet, und einer ist immun gegen das Gift.

Genau diese Szene wird im Kartenspiel A Battle of Wits nachempfunden, einem Spiel der Princess-Bride-Reihe von Game Salute. Bis zu zehn Charaktere aus dem Film sitzen um ebenso viele Weinkelche, die sie ver- und entgiften, ohne zu wissen, was der andere genau tut. Und am Ende muss man dann wählen…

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Ju-ban

Ten

TenEinfacher Artikeltitel, einfacher Name. Ist das Spiel auch so einfach? Leicht zu erklären, ja, leicht zu erlernen, ja … leicht zu gewinnen? Nein!

Steffen-Spiele ist bekannt für Denkspiele mit schönem Material. Beispiele für Spiele aus dem Hause, die wir bereits rezensiert haben, sind Schokoly, Kulami oder auch Copa. All diese Spiele – und auch die anderen, die wir rezensierten – sind wahre Hinverzwirner, und auch Ten passt ganz gut in die Reihe.

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Buchstaben angeln

Alfa Beta

Alfa BetaDie Spielidee, mit einer begrenzten Auswahl an Buchstaben möglichst lange oder wertvolle Wörter zu bilden ist nicht gerade neu. Wenn man also mit einem derartigen Spiel noch Umsatz machen will, muss man sich schon etwas einfallen lassen, damiot die potenziellen Käufer es nicht sofort als "Noch so’n Scrabble“ abtun.

Der österreichische Verlag Piatnik versucht, mit Alfa Beta ein neues Spielsystem zu finden und kombiniert hierzu die Spielidee von Scrabble mit der des guten alten Angelspiels. Heraus kommt ein Spiel, bei dem die Geschicklichkeit mindestens ebenso wichtig ist wie ein guter Wortschatz.

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Kaiju Yard

Roar! Fang das Monster

Roar1

Nicht nur aus Deutschland kommen innovative Spiele – Japan, Frankreich Korea… die Liste der Länder, aus denen interessante Spiele kommen, ist auf der SPIEL immer sehr lang. Ein Land, das mit zu den ersten 'Ausländern' gehörte, die auf der SPIEL vertreten waren, ist Polen – und bei manch einem Verlag aus Polen würden sogar die 'Normalspieler' überrascht sein, wenn man ihnen sagen würde, dass es ein polnischer ist. Trefl beispielsweise steht nicht nur üblicherweise an einer Stelle der Messe, wo man weniger mit polnischen Verlagen rechnet (mitten zwischen einer Menge deutscher und österreichischer Verlage), auch die Spiele entsprechen nicht unbedingt dem, was man so von anderen polnischen Verlagen her kennt.

Dieses Jahr hatte Trefl das Spiel Roar! Fang das Monster im Angebot: ein VR-Spiel, das man nur mit Hilfe eines Tablets oder Smartphones spielen kann. In einem verlassenen Labor eines verrückten Wissenschaftlers wurden drei mutierte Riesenmonster gefunden, die erforscht werden sollen. Diese schaffen es immer wieder, auszubüxen, und sich die nahegelegene Stadt anzusehen. Die Wissenschaftler haben den Monstern allerdings Mikrofone umgehängt, so dass sie zumindest hören können, wo sich das Monster gerade befindet. Schaffen sie es, das Monster wieder einzufangen, bevor die Menschen der Stadt in Panik geraten? Was in der Stadt dann passieren würde, kann man sich ja in den japanischen Monsterfilmen (der Genrename Kaiju ist japanisch für diese Riesenmonster) um Gojira/Godzilla, Mosura/Mothra oder auch Radon/Rodan ansehen. Dabei sind die Monstrr noch halbwüchsig und wollen nur die Welt erkunden und ein wenig Spaß haben.
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Kling Glöckchen

Bellz!

Bellz

Auf jeder Spiel gibt es ein paar wenige Spiele, die schon allein von der Optik her so weit herausstechen, dass sie alle Blicke auf sich ziehen. Beispiele der letzten Jahre wären beispielsweise Tzolk’in mit seinem riesigen Zahnrad-Spielplan, Tanto Cuore durch seine auf Meido aufgemachten Promoterinnen oder auch Kakerlakak – wobei letzteres vielleicht auch nur für uns so besonders auffällig wirkte, wegen unseres Wappentieres.

Dieses Jahr fielen gleich mehrere Spiele auf – so unter anderem MegaCvilization von Pegasus… oder auch Bellz! von der GameFactory. Letzteres besteht größtenteils aus kleinen Aluminiumglocken, die beim Spielen auch klingeln wie kleine Glöckchen. Wenn man das Spiel erst einmal aus der Verkaufsverpackung genommen hat, hält man außerdem auch eine Tasche in der Hand, die ebenfalls durch ihre Sichelform auffällt.

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Machtbauten

Carcassonne Star Wars Edition

Carcassonne Star WarsKlassiker sind Spiele. Die über viele Jahre und Jahrzehnte gespielt werden. Vielleicht erscheinen neue Versionen und Varianten, aber die Grundzüge des Spiels bleiben erhalten. Schach, Go und Dame sind ein paar Beispiele, aber auch Monopoly gehört sicherlich dazu. Bei den modernen Spielen fällt einem sicher sofort Die Siedler von Catan ein, das heutzutage unter dem kürzeren Namen Catan vertrieben wird und dieses Jahr 20 Jahre alt wurde.

Nur fünf Jahre jünger ist Carcassonne, das genau wie Catan nahezu alle hierzulande wichtigen Spielepreise abräumen konnte, und sich ebenfalls einen festen Platz in den Spielerherzen erobern konnte – und damit auch ein Klassiker ist. Beide Spiele haben neben Erweiterungen auch selbständige 'Ableger‘, die die Basismechanismen verwenden aber variieren. So gibt es für Carcassonne eine 'Jäger und Sammler‘-Version, die Burg als Zwei-Spieler-Version, Die Baumeister des Königs (das in der Zeit Salomos spielt) … und jetzt für Fans der Filmreihe von George Lucas auch eine Star Wars Edition.

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