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Bauarbeiten

New York 1901

New York 1901Anfang des vorigen Jahrhunderts war das 'Geldviertel' New Yorks einer steten Bautätigkeit ausgesetzt. Im Bereich von Broadway, Wall Street etc. schossen die Wolkenkratzer wie Pilze in die Höhe, und oftmals wurden niedrigere Häuser abgerissen, um höheren Gebäuden Platz zu machen.

Genau um diese Zeit und die Bautätigkeit in der Zeit geht es in dem Spiel New York 1901 von Blue Orange Games. Das Spiel war auf der letzten SPIEL in Essen so etwas wie ein Geheimtipp, nicht zuletzt, weil Leute, die dort ein Exemplar kauften,. An einer Verlosung für eine Reise nach New York teilnahmen. Auch die Spielfiguren waren attraktiv – und nicht zuletzt wurde auch der Spielmechanismus in den höchsten Tönen gelobt. Andererseits gab es auch Stimmen, die sich enttäuscht zeigten, nachdem sie eine Testrunde gespielt hatten. Dies könnte aber auch daran gelegen haben, dass die Erklärer laut dieser Entschuldigung nicht ausreichend geschult worden waren. Deshalb haben wir uns das Spiel auch selber angesehen um die Frage zu beantworten: Welche Seite hat denn nun recht?

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Vorausschauender Städtebau

Minerva

Ein Thema, das einige meiner letzten Rezensionen gemeinsam hatten, ist Stadtplanung oder Städtebau. Ein Konzept, das mir persönlich ganz gut gefällt, da ich Aufbauspiele mag. Auch ist es immer wieder interessant zu sehen, wie unterschiedlich damit umgegangen wird; vor allem, da die Spiele, in denen es darum geht, aus so unterschiedlichen Ländern kommen.

Mit Minerva von Okazu Brand kommt ein entsprechendes Spiel tatsächlich einmal aus Japan, obwohl es dabei um Städtebau im alten Rom geht, und entsprechend neugierig schaut man, sind wir doch gerade von Spielen aus Japan gewohnt, dass diese so schön anders sind als die meisten, die wir bisher kennen. Um so größer die Überraschung, dass Minerva im Prinzip ein Eurogame sein könnte.

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Stammeskrieger

Allies – Realm of Wonder

Allies: Realm of Wonder(Anm.: Da ich dieses Wochenende auf der Morpheus bin, hatte ich am Veröffentlichungstag keine Zeit, um die wöchentliche Crowdfunding-Übersicht zu schreiben, diese kommt am Montag. Heute kommt stattdessen eine Rezension, die ich bereits im Vorau erstellen konnte. Eine Übersicht hätte ich nicht im Voraus erstellen können, da diese auch Projekte enthalten soll, die beispielsweise am Samstag gestartet wurden.)

Bis zu sechs Fantasy-Völker können sich im Brettspiel Realm of Wonder bekämpfen, wobei jedes Volk eine eigene Spezialfähigkeit hat, mit der es sich von den anderen unterscheidet. Allerdings ist das Brettspiel – obwohl laut Hersteller auch möglich – zu zweit eher uninteressant, weil das Spielbrett zu viel Platz bietet.

Anders ist es beim – in der gleichen Welt angesiedelten – Alies: Realm of Wonder, ein Kartenspiel, das speziell als Zweipersonenspiel entwickelt wurde. Ein wenig wie bei Mashup tun sich hier jeweils zwei der Fantasy-Völker zusammen, um gemeinsam die ebenso große Allianz des Gegenspielers zu bekämpfen und sich einen möglichst großen Teil der Spielwelt untertan zu machen.

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Topflauscher

The Arabian Pots

So kann man sich irren. Ich war der Meinung, ich hätte dieses Spiel bereits Ende Oktober besprochen, konnte aber in meiner Tabelle, welche Spiele noch in der Pipeline stecken, keinen Eintrag finden, die diese Meinung bestätigt hätte. Auch finde ich weder auf meiner Festplatte noch in den Blogdateien die Besprechung wieder. Deshalb setze ich mich jetzt noch einmal hin – getestet ist es, und ich weiß auch, was ich sagen will.

The Arabian Pots ist ein Spiel aus Japan, von einem Kleinverlag, der dafür bekannt ist, dass das Spielmaterial sehr hochwertig ist – vor einer guten Woche haben wir vom gleichen Verlag bereits The Mystery of Dattakamo vorgestellt, mit kleinen Spiel-"Stücken“ aus Porzellan. Sehr schönes Material und eine interessante Spielmechanik bietet auch The Arabian Pots.

Hintergrund ist die Geschichte von Ahmed, der im Mittelalter als Ladengehilfe arbeitete. Für seinen Meister soll er eine Reihe von Tonkrügen sortieren, aber leider sind die Etiketten abgefallen, auf denen steht, was sich in den Tonkrügen befindet. Öffnen darf er sie aber auch nicht, weil die leicht verderbliche Ware dann noch schneller zerstört würde. Was tun?

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Pyramidenbau à la Maya

Pacal’s Rocket

Pacal's RocketK’inich Janaab' Pakal (auch 'Pacal' geschrieben, auch als 'Der Sonnenschild' bekannt) war Ajaw (Ahau) in Palenque von 615 bis 683. Als Ahau (Herrscher) ließ er fast alle heutzutage stehenden bedeutenden Bauwerke in Palenque errichten – viele davon in Pyramidenform. Nachdem sein unangetastetes Grab 1948 von Alberto Ruz Lhuillier entdeckt wurde, wurde vor allem der Deckel seines Sarkophages schnell umstritten. Vor allem Erich von Däniken, der in den 60er Jahren die Zeichnung als 'Astronaut' interpretierte, hatte großen Anteil an der Theorie, die alten Maya hätte sich beim Bau ihrer Pyramiden von Außerirdischen helfen lassen.

Diese Theorie wird aufgenommen im Brettspiel Pacal’s Rocket vom österreichischen Spieleproduzenten Piatnik. Hier spielt jeder Spieler einen der Aliens, der mit seiner Rakete Energiesteine auf dem Gelände von Palenque verteilt mit dem Ziel, Pyramidenbauten zu errichten. Hierfür müssen sie ihre 'Raketen' durch die Stadt ziehen, um an den erreichten Orten die Energiebehälter deponieren zu können (wobei jede Ähnlichkeit mit Energon-Würfeln natürlich rein zufällig ist – die Behälter sind ja nicht einmal würfelförmig…)

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Wahlweise

Trivial Pursuit: Familienedition

Trivial Pursuit FamilieneditionQuizspiele folgen zwar genau wie andere Spieletypen auch einer Art Schweinebauchzyklus, es gibt aber jedes Jahr eine ganze Reihe neuer Quizspiele – und neuer Ausgaben bekannter Quizspiele. Nach zwei etwas schwächer besetzten Jahren war dieses Jahr in Essen (zumindest gefühlt) wieder eine größere Anzahl Neuerscheinungen zu konstatieren – und anders als in den vorigen Jahren, in denen vor allem Quizspiele zu Spezialthemen auffielen, gab es dieses Jahr auch wieder klassische 'Allgemeinwissen‘-Versionen.

Ein Quizspiel, das seit seinem Erscheinen sozusagen die 'Messlatte' für Quizspiele darstellt, ist Trivial Pursuit. Auch hier gibt es Spezialausgaben, aber besonders stark ist das 'System' eben in den themalosen allgemeinen Ausgaben. So gibt es dieses Jahr eine 'Familien-Edition‘, die mit Fragen in zwei Schwierigkeitsgraden sozusagen Universalgenies und bildungsferne Schichten an einen Tisch zusammenbringen können soll – oder zumindest Kinder und Erwachsene.

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Conquest Stratego

Stratego ConquestConquest – der Name bedeutet für verschiedene Spieler verschiedenes. Im Englischsprachigen Raum denken viele bei diesem Namen an das Spiel, das in Deutschland als Duell erschienen ist (das mit den riesigen Würfeln, die gegeneinander kämpfen), es gibt eine ganze Reihe anderer Spiele mit ‚Conquest‘ im Titel – aber allgemein denkt man bei dem Namen wohl an das Brettspiel aus den ’70er Jahren, das zur Zeit in modernisierter Version bei Numbskull Games vertrieben wird. Obwohl Hexagames, die das Spiel 1980 von Bütehorn übernahmen, selbst 1992 vom deutschen Markt verschwanden und seither keine deutsche Ausgabe mehr erscheint, hat das Spiel immer noch einen gewissen Ruf, so dass (auch in meiner Testrunde) das Spiel mit dem Namen Conquest Stratego gewisse Erwartungen weckte – die es allerdings gar nicht erst erfüllen will.

Auf einer großen Insel – oder einem Kontinent, das kann man nicht so genau erkennen – streiten sich bis zu vier Spieler um die Vorherrschaft. Laut Spielregel und -Hintgergrund soll es um das Land „Westeria“ gehen; bei dem Namen dachte meine Testrunde sofort an eine sehr bekannte Fantasy-Romanreihe, zu der auch eine TV-Umsetzung existiert. Aber auch damit hat es wenig zu tuin – allerdings gibt es auch einige wichtige Unterschiede zum klassischen Stratego`: Dass bis zu vier Spieler teilnehmen können, ist ein eher kleiner; auch gab es bereits früher Varianten für drei und vier Spieler. Was ist also anders?

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Heldenraum

Magic: The Gathering - Arena of the Planeswalkers

Magic: Arena of the Planeswalkers – Das Brettspiel

Was ist das? Magic bei Roachware? Rezensieren wir neuerdings auch Sammelkartenspiele? Oder gibt es jetzt einen Redakteur, der sich auf diese Spiele spezialisiert hat?

Nichts von alledem: Arena of the Planeswalkers – das Brettspiel ist ein Brettspiel mit einer fix vorgegebenen Zusammenstellung an Material. Auch hat Hasbro uns auf der SPIEL hoch und heilig zugesagt, dass die geplanten Erweiterungen ebenfalls in dieser Form – und eben nicht mit zufällig zusammengestellten 'Boostern' – erfolgen werde. Damit wäre das Spiel ähnlich erweiterbar wie viele andere Spiele – man denke an Beispiele wie Catan, Munchkin, Beasty Bar.

Auch meine Testrunde zeigte sich, was dieses Versprechen angeht, eher ungläubig. Aber da auch die erste Erweiterung in den USA in dieser Form erschienen ist, gehe ich zumindest einmal davon aus, dass Hasbro / Wizards of the Coast sich an dieses Versprechen halten will.

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Verzällcher

360 Stories

360 StoriesEin wirklich ungewöhnliches Spiel ist 360Stories, bzw. 360Verhalen, wie es in der Originalsprache heißt. Es ist das erste Produkt der niederländischen Firma Taleswapper, ein Name, der von einer Figur aus der Alvin Maker-Serie von Orson Scott Card entlehnt wurde.

Taleswapper sieht sich als multimedialer Herausgeber, dessen Ziel ist, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und so den Respekt füreinander zu fördern. Dementsprechend ist auch 360Stories ein Spiel, bei dem viel erzählt wird – aber niemand (oder eben alle) gewinnen soll.

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Nebenkriegsschauplatz

Orkensturm

OrkensturmEine ungewöhnliche Kooperation wurde kurz vor der SPIEL bekanntgegeben: Der Ulisses-Verlag übernimmt den Vertrieb der Rollenspielmaterialien von Heidelberger (weährend die Redaktion und Produktion weiterhin bei Heidelberger verbleibt), während Heidelberger im Gegenzug die Brettspiele aus dem Hause Ulisses vertreibt (während die Produktion derselben bei Ulisses bleibt). Beide Seiten erhoffen sich auf diesem Wege eine bessere Repräsentation und Promotion im Kernmarkt der jeweils anderen Seite – und das Heidelberger beim Brettspiel bzw. Ulisses beim Rollenspiel die besseren Verbindungen der beiden hat, dürfte wohl klar sein.

Aber Moment 'mal: Brettspiele von Ulisses? Da hatte es doch seit Dungeon Twister nichts neues mehr gegeben? Oder sollten Tabletops gemeint sein? Nein, neben Soda Pop’s Super Dungeon Explore hat Ulisses neuerdings auch ein Brettspiel mit dem Namen Orkensturm und in Kürze auch Myth im Angebot. Um ersteres geht es in dieser Rezension.

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