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Agentenkämpfe

IPAIPA – The Agents

Auch aus Dänemark kommen Spiele. Das überrascht unsere Leser wahrscheinlich nicht mehr völlig – immerhin haben wir vor einiger Zeit bereits Rising Kings und MimIQ besprichen, die beide aus diesem Land stammen. Ein weiterer Kleinverlag, der ein wirklich großes Spiel veröffentlichte, ist Mougil.

Die IPA (Intergalactic Protection Agency) ist eine Organisation, die in einem interstellaren Zusammenschluss mehrerer Nationen dafür zuständig ist, den Frieden zu erhalten und Forschung und Wissenschaft zu sichern. Ursprünglich durch eine Regierung geleitet, haben die Regierungen sich inzwischen größtenteils aus der Verwaltung und Organisation der IPA zurückgezogen, wobei die Leiter der IPA sorgfältig ausgewählt und durch die Außenminister der beteiligten Regierungen gemeinsam gewählt werden. Finanziert wird die IPA durch Sponsoren, die die Möglichkeit haben, gegen Zahlung von beträchtlichen Summen die Dienste der IPA zu mieten. Das Spiel … nun ja, man könnte es als Simulation dessen ansehen, was geschieht, wenn mehrere dieser Aufträge sich widersprechen oder auch als Trainingsmissionen für die Agenten der IPA.

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Sieben – Fünf – Drei

romoloRomolo o Remo?

753 – Rom kroch aus dem Ei. Dieser uralte Merkvers zur Gründung des ewigen Rom ist heutzutage leider ein wenig in Vergessenheit geraten. Vielleicht ist auch die Tatsache ein wenig daran schuld, dass es zwei grundverschiedene Versionen der Gründungsgeschichte gibt: Die beiden ausgesetzten und von einer Wölfin aufgezogenen Jungen Romulus und Remus gerieten über den genauen Ort, wo sie ihre Stadt gründen wollten, in Streit. Nachdem Remus über die provisorischen Mini-Mäuerschen sprang, die die Stadt Romulus’ begrenzten, uferte der Streit aus, denn die Mauern einer Stadt, egal wie hoch, galten als heilig. So erschlug dann Romulus den Remus.

Im Spiel Romolo o Remo? von Giochix geht es ebenfalls um die Statdgründung, allerdings unter etwas anderen Vorzeichen. Die beiden Brüder, sowie die Könige von Antemnae und Crustumerium wetteifern darin, eine möglichst lebensfähige Stadt zu bauen. Dazu gehört nicht nur, die Bevölkerung ernähren zu können und ihr Arbeit zu bieten, sondern auch sich nötigenfalls zur Wehr setzen zu können, wenn die Konkurrenten den Wettstreit mit einer ‘geschliffenen Fachdiskussion’ beeinflussen wollen.

Finanziert wurde das Spiel übrigens über eine Corwdfunding-Kampagne bei der SpieleSchmiede.

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Schatzjäger

relicrunnersRelic Runners

Noch so ein Verlag, dessen Name beim Publikum eher ein verständnisloses ‘Hä?’ hervorruft, der aber schon einige Spiele herausgebracht hat, die dem Vielspieler sicherlich bekannt sind: Days of Wonder hat unter anderem Spiele wie Smallworld, Zug um Zug oder auch Schatten über Camelot, dessen Kartenspielversion wir auch besprochen haben. Für das neue Spiel hat Days of Wonder sich als deutschen Distributor mit Asmodee zusammengetan, die ja auch viele französische Verlage in Deutschland betreuen, aber inzwischen auch eine Menge anderer verlage unter ihrer Obhut haben – das erst vorige Tage besprochene Trains and Stations. Auf mich macht es übrigens den Eindruck, als ob Asmodee sich bevorzugt um Verlage und Spiele für Vielspieler kümmern würde.

Dies gilt eher weniger für Relic Runners, nicht zuletzt weil es vom Thema und vom Material her auch den Gelegenheitsspieler ansprechen wird. Es geht um Forscher, die im Dschungel alte Tempel und Heiligtümer erforschen und die entdeckten Schätze einstreichen. Sicherlich ist es kein Zufall, dass die Entdecker-Illustrationen in manchen Bildern an bekannte Film-Forscher erinnern, auch wenn die Ähnlichkeit mit Ms. Croft oder Mr. Jones eher oberflächlich ist.

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Ein “Best of” Cocktail…?

EsterenShadows of Esteren – Book 1: Universe

Man kann das Rad nicht neu erfinden. Von daher ist es immer wieder eine Frage, die sich stellt, wenn jemand ein neues Rollenspielsystem herausbringt: Wodurch ist das eben besser bzw. anders als das, was schon da war?

Nun, versuchen wir mal diese Frage für Shadows of Esteren zu beantworten. Das ganze heißt im Original übrigens Les Ombres d’Esteren und kommt aus Frankreich. Und wenn man es sich anschaut, bekommt man zwei erste Eindrücke:

  • Es wird viel mehr Wert auf einen stimmigen detaillierten Hintergrund gelegt als auf ein stumpfes Regelwerk;
  • Die Autoren haben gewissermaßen Cherry Picking betrieben, sowohl was die Welt als auch das Spielsystem angeht.

Gerade letzteres ist definitiv kein Vorwurf, sondern nur eine Feststellung. Schließlich haben sich viele Rollenspieler schon gedacht “das Feature aus diesem Spielsystem gefällt mir, dafür wäre mir aber jenes aus einem anderen lieber” – aber das dann mal zusammengebaut haben wenige.
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Mit Volldampf und Musik gegen den Weltuntergang

011011

Was kommt heraus, wenn sich eine exzentrische Band, ein Autor und ein Spieledesigner zusammentun und das Thema Weltuntergang thematisieren? Schmeißt man noch eine gute Portion Dampfzeitalter und Mystizismus dazu, bekommt man ein Komplettpaket, in Form von 011 – einerseits ist das die Telefonvorwahl von Turin, andererseits auch das fiktive Jahr, in dem das Ganze spielen soll. Und entsprechend sieht das auch aus: Der Spielplan zeigt ein viktorianisch/steamiges Turin, und hat unter anderem eine Uhr und ein Getriebe eingebaut. Erstere zeigt an, was die Stunde geschlagen hat (und wie viel Zeit noch bleibt, das Spiel zu gewinnen), das Getriebe gibt an, womit sich wie bewegt werden kann, denn es gibt hier unterschiedliche Transportmittel

Ach ja, Zeit… gegen die spielt man so oder so, und nach 11 Stunden (sprich: Spielzügen) ist Schluss. Bis dahin sollte man die kosmische Harmonie komponiert und die Orgel der Ewigkeit gefunden haben – alles irgendwo in Turin; außerdem sollte man wissen, wer der 8 Protagonisten denn nun der “Auserwählte” ist, der die Welt retten kann, indem er diese Melodie auf eben diesem Instrument spielt, und diesen rechtzeitig zur Orgel bringen… dummerweise wird ab der Mitte des Spiels ein Beteiligter merken, dass ihm das gar nicht so recht ist – denn er ist eigentlich Fenris in Menschengestalt und möchte genau dieses Orgelspiel verhindern.

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Stein auf Stein

GizaGiza

…oder eigentlich jeweils ein Stein auf vier Steine – so bauen sich nämlich die Pyramiden bei Giza, um die es in diesem taktischen Spiel geht.

Zwei bis maximal vier Spieler haben bei diesem Spiel mit einem besonderen ‘Spielbrett’ die Aufgabe, für ihren Pharao die große Pyramide zu bauen – und dabei möglichst den obersten Stein in der eigenen Farbe zu setzen.

Dass das nur in einer bestimmten Art und Weise geht, dafür sorgt schon das Spielmaterial. Dieses besteht aus

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Gelidus

20192019: The Arctic

Eines der letzten Gebiete, dessen Reichtum an Bodenschätzen bislang nahezu unangetastet geblieben ist, ist die Arktis. Langsam aber sicher beginnen jetzt die Gesellschaften, die Bodenschätze ausbeuten, damit, sich für die Arktis zu interessieren. Hierbei werden sie aber nicht nur durch das schlechte Wetter behindert, sondern oft auch durch die hohe Politik, denn das Gebiet rund um den Pol ist teilweise umstritten, teilweise sind die Besitzverhältnisse auch nicht so deutlich, wie man sich das wünschen könnte.

Um die hierdurch zu erwartenden Auseinandersetzungen um die Bodenschätze – sowohl aus wirtschaftlicher wie aus politischer Sicht – geht es im Spiel 2019: The Arctic, das von dem polnischen Verlag Sinonis hergestellt wird, und in Deutschland neuerdings auch vom Schwerkraft-Verlag importiert und vertrieben. Die deutsche Ausgabe entspricht laut Schwerkraft-Verlag bis in die Einzelheiten der Originalausgabe (wird vom selben Hersteller hergestellt), der einzige Unterschied ist die Sprache der Spielanleitung. Wir haben unser Rezensionsexemplar schon etwas länger, unserer Rezension liegt also die englische Version in zweiter Auflage zugrunde – die genau wie die deutsche Ausgabe verbessert hergestellte Spielfiguren hat.

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Noch ein GedQuiz

bwdlBezzerwizzer deluxe

Quizspiele sind in Deutschland immer noch populär – sehr zur Überraschung beispielweise unser nordwestlichen Nachbarn: In den Niederlanden blickt man mit Verwunderung sowohl auf den Erfolg von Fernsehprogrammen wie Wer wird Millionär als auch von Spielen wie Trivial Pursuit. Noch beliebter als reine Wissenquiz (Quizze ist umgangssprachlich, der korrekte Plural ist Quiz!) sind allerdings Spiele, die dieses kombinieren mit anderen Aufgaben. Sei es, dass man für erfolgreiche Antworten an einem Zielgegenstand bauen darf, sei es, dass die Wissensaufgaben gemischt werden mit allgemeinerem Denksport, sei es, dass man einen Biet- und Bluff-Mechanismus zufügt… Das reine Wissens-Quiz gibt es beinahe noch ausschließlich beim Klassiker Trivial Pursuit.

Ein gutes Beispiel für diese Erweiterungen bietet das Spiel bezzerwizzer deluxe. Dieser “rasante Spaß für cleverquizzer”, wie das Spiel im Untertitel und in Anlehnung an das “leichte Spiel Spiel für cleverquizzer” der ersten (grünen) Ausgabe heisst. Von diesem Spiel gibt es jetzt neben der originalen grünen, der erweiterten roten und der hellblauen Familienedition auch die orangegelbe deluxe-Version, die uns zum Test vorgelegen hat. Allerdings bietet die deluxe-Version soch so einiges, was das Spiel noch einmal aufbohrt.

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Pizza, Pasta, Pomodori

ristoranteRistorante Italia

Der Erfolg eines Unternehmens bemisst sich nur teilweise an Umsatzzahlen: Wenn der Eigentümer persönliche Ziele verfolgt, können diese auch wichtiger sein als die reine Wirtschaftlichkeit. Zu diesen Zielen können so “kleingeistige” Ziele gehören wie “es jemandem zu zeigen”, oder auch Ziele wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder Umweltschutz. Anerkennung durch anerkannte Kritiker gehört für viele unternehmen ebenfalls hierzu – ein hierfür besonders bekannter Wirtschaftszweig sind Restaurants. Sowohl Kritiker (nicht nur für Michelin-Sterne) als auch prominente Gäste stellen Renommee-Gewinne dar, für die so mancher Restaurantbesitzer eine Menge zusätzlicher Arbeit investieren will.

In Ristorante Italia spielen die Mitspieler genau so einen Besitzer. Auch hier geht es nicht nur um finanziellen Erfolg, sondern auch um Anerkennung durch Kritiker und Promis. Der Verlag Red Glove aus dem toskanischen Carrara gibt den Restaurants zwar einen deutlichen italienischen Anstrich, das sollte aber nicht überraschen. Ein wirklich “länderneutrales” Restaurant ist wahrscheinlich gar nicht möglich.

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Handgemachte Russen

KoschupaKoschupa

Manches Spiel besticht durch seine Regeln, bietet aber nur wenig anziehendes Material. Andere Spiele sind zwar vom Material her wunderschön, aber die Regeln… Glücklicherweise gibt es auch Spiele, die beides kombinieren: schöne Regeln und schönes Material. Auch wenn “große” Verlage in der Materialqualität oftmals Maßstäbe setzen, ist meist doch einer der eher kleinen Verlage verantwortlich, wenn das Material in sich bereits einen Kaufanreiz wie ein “Muss” darstellt.

Oftmals werden solche wunderschönen Spiele in Handarbeit hergestellt, was dazu führt, dass die Verpackung eher unscheinbar wirkt. So auch beim Spieleverlag Historische Spiele Zander: einfache, schmucklose Kartondosen mit ebenso einfachen, weißen Aufklebern (siehe Illustration) verstecken Spielmaterial, das man Besuchern fast nicht zeigen möchte, aus Angst, dass es gestohlen wird. So auch beim Kosakenschubsen, das als Koschupa (KOsakenSCHUbsPArty) auch als Dreierversion verkauft wird.

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