Tag Archiv für USA

Nicht in Epsom

Monster Derby

Monster DerbyMeine Damen und Herren, willkommen beim diesjährigen Monster Derby. Wie jedes Mal stehen wieder achtdreijährige Wesen an der Startlinie, die sich über einen Geländeparcours ihren Weg ins Ziel suchen werden – wobei Angriffe auf die Konkurrenten nicht nur legal, sondern von den johlenden Zuschauern sogar erwünscht sind. Und ob diese Zuschauer mit ihren Drillingswetten auch noch etwas gewinnen werden? Nun, wir werden sehen.

So oder so ähnlich kann man sich den Spielstart bei Monster Derby aus dem Hause Gorilla Games vorstellen, das Mitte 2013 über Kickstarter finanziert wurde und im Dezember 2013 in die Läden kam. Wir haben auf der SPIEL 2014 ein Rezensionsexemplar erhalten.

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Lohn der Retter

Monsters and Maidens

Monsters & Maidens

GameSalute ist unseren regelmäßigen Lesern sicher kein Unbekannter mehr – die Firma agiert vor allem als Projekt- und Erfüllungsgehilfe für Kickstarter-Projekte. Das heißt, dass sowohl das Projekt selbst von GameSalute auf Kickstarter promotet wird, als auch, dass Game Salute die Produktion und die Distribution des Spiels an die Backer besorgt. Daher tauchen Spiele, die über GameSalute realisiert werden, auch so häufig in unserer Kolumne Finanzexperten auf, dass wir sie gar nicht mehr gesondert als GameSalute-Projekte ansagen. Obwohl… Vielleicht wäre das gar keine schlechte Idee… Andererseits scheint sich die Situation inzwischen ein wenig entspannt zu haben – Dieses Spiel beispielsweise wurde zum angegebenen Zeitpunkt verschickt.

Während der Spiel 2013 lief ein Game-Salute-Projekt von Clever Mojo Games (Abschlussdatum war genau morgen vor einem Jahr), das 23fach überzeichnet war: ein Projektziel von nur 500 US-$ erzielte im Endeffekt 11.506 Dollar. Im Spiel versuchen ganz einfach, Helden Jungfrauen vor Monstern zu retten. Dieser Tropus ist heutzutage eher selten anzutreffen – die heutigen ‘Damsels’ befinden sich meist nicht mehr ganz so sehr in ‘Distress’, sondern arbeiten kräftig an ihrer Befreiung mit. Aber manchmal macht es auch Spaß, die passiven Damen zu retten – und genau darum geht es in diesem Spiel.

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Dachhasen

Hot Tin Roof

Hot Tin Roof

Mayfair ist ein ziemlich alter Spieleverlag in den USA, dort vor allem bekannt für seine Eisenbahnspiele und als Hersteller der amerikanischen Lizenzausgaben von vielen anderen Spielen, u.a. den Siedlern von Catan. Aber auch mehr oder weniger originale Spiele werden verlegt, manchmal sind aber auch diese ‘originalen Spiele’ Lizenzausgaben.

Eine besondere Version dieser Lizenzen sind Spiele, die von einer Spiele-Agentur angeboten werden. Diese hat dann schon die notwendigen Vorarbeiten erledigt, wie zum Beispiel die Tests. Auch weiß die Agentur, welcher Verlag welche Art Spiele bevorzugt, und kann entsprechend passende Spiele anbieten. Eine solche Agentur ist das Studio Giochi, das eine Zeitlang mit der ‘Venice Connection’ selbst Herausgeber war, nachdem Studio Giochi und die Venoce Connection nach dem Tod von Alex Randolph zusammengegangen waren. Inzwischen ist Venice Connection Teil von Stupor Mundi, und Studio Giochi arbeitet nur noch als Agentur. Chef der Kreativabteilug von Studio Giochi ist Leo Colovini, Schüler von Randolph und Autor des Spiels Hot Tin Roof, um das es hier geht.

Im Spiel geht es um das Verhalten von freilaufenden Katzen, die – scheinbar – willkürlich auf den Dächern der Stadt erscheinen, aber in Wirklichkeit (wie jeder Katzenkenner weiß) ein Spiel spielen, in dem es um wichtigeres geht als um sonnige Plätzchen für den Mittagsschlaf: um Sardinen und große Fische. Weder Liz Taylor noch Robert Wagner oder gar Tommy Lee Jones sind hier zu finden.

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Die Vorlieben von Tentakel-Aliens…

Tentacle Bento

Tentacle Bento

…kennt man ja aus diversen Animes und Mangas – hübsche Mädchen. Die gibt es in Hülle und Fülle an der Takoashi Universität, und daher haben die Aliens diese infiltriert und wollen jetzt die Studentinnen… nun, “einkassieren”.

Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines dieser Aliens, und versucht, für sich die meisten Mädchen abzugreifen (und zu verhindern, daß die Mitspieler das tun). Dazu muss man aus den Karten (insgesamt sind es 108) “Captures” bilden, die man dann vor sich ablegt – aber sicher“ sind sie da noch nicht, abgerechnet wird zum Schluss.

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Bleibt alles in der Familie…

Nothing Personal

Nothing Personal

…so könnte man des öfteren denken, wenn bei Nothing Personal mal wieder vakant gewordene Positionen zu besetzen sind. Positionen? Ja, davon gibt es einige, denn auch die “angesehen Familien” haben eine recht strikte Hierarchie, und auf den Sprossen der Leiter möchte man doch sicherlich hinaufklettern und nicht etwa abstürzen – na ja, bei den Fischen schläft es sich so unbequem.

Einem erfolgreichen Crowdfunding bei Kickstarter sei dank konnte GameSalute auf der letzten Spiel mit diesem Spiel aufwarten – und man ist schon recht überrascht. Eine große, schwere Box aus den USA? Da ist man doch sonst manch anderes gewohnt? Mitnichten. Ja, auch in diesem Spiel gibt es viele Counter, aber die sind aus sehr stabilem Karton, bzw. einige sind sogar aus Metall.

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Aztekenkarten

serpentstonesSerpent Stones

Game Salute ist ein Amerikanischer Spieleherausgeber, der für die Finanzierung neuer Spiele sorgt. Anders als die Spieleschmiede, die das in eigener Regie durchführt und in der Hauptsache noch einen Spielehandel betreibt, macht Game Salute direkt auf Producer, sprich: Game Salute bietet für Verlage nicht nur die Finanzierung sondern auch Vertrieb/Distribution, Unterstützung des Herstellungsprozesses etc. Außerdem hat Game Salute keine eigene Infrastruktur, um die Finanzierung im Crowdfunding durchzuführen, sonder nutzt hierfür die Dienste von Kickstarter.

Ein Spiel, das zur Zeit auf diesem Weg finanziert wird, ist Duco, das wir vorige Woche besprochen haben. Schon vor einiger Zeit – genau genommen im Juli/August 2012 – wurde Serpent Stones finanziert, das in Essen gezeigt wurde.

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Alleswächter

sotmSentinels of the Multiverse (Enhanced Edition)

Superhelden als Phänomen sind in den USA viel verbreiteter als in Deutschland – und damit auch Spiele, die sich um Superhelden drehen. So war seinerzeit das Marvel Superhelden-Rollenspiel in Deutschland eher im Bereich Ladenhüter einzuordnen, und das DC Heroes RPG wurde erst gar nicht übersetzt. Und auch neuere Inkarnationen dieser und anderer Rollen- und Brettspiele führen hierzulande eher ein Mauerblümchen-Dasein: im Rollenspielbereich wüsste ich so auf Anhieb nur Super-N.O.V.A., das seit Jahren erscheinen soll, und das einzige, was ich aktiv auf Cons angeboten gesehen habe, war Cartoon Action Hour.

Entsprechend haben auch Superhelden-Brett- und -Kartenspiele es hierzulande eher schwierig. Und so sind wir denn meist auf Importe aus den USA angewiesen, wie beispielsweise bei Sentinels of the Multiverse, das von Greater Than Games hergestellt wird. Auf der SPIEL waren eine Reihe von Exemplaren zu erwerben, und Milan Spiele vertreibt das Spiel auch in Deutschland, ansonsten ist es hierzulande eher schwer zu finden.

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Amerikas Beste

HooyahHooyah

Die Marineinfanterie, Kampfschwimmer und spezielle Landetruppen – in den USA heisst so etwas üblicherweise SEAL. SEALs sind hochspezialisierte Truppen der Navy – der deutsche Begriff Marine verleitet leider zu Ungenauigkeiten, weil amerikanische Marines zwar der Navy angegliedert sind, aber eigentlich eine eigene Truppe darstellen. Bekannte SEALs sind unter anderem der Astronaut und zeitweilige Spacelab-Bewohner William Shepherd und der Wrestler und frühere Gouverneur von Minnesota Jesse Ventura.

Der Kampfruf der SEALs ist “Hooyah”, was angeblich als Abkürzung für “Heard – Understood – Acknowledged” steht. Dieser Kampfruf wurde auch zum Titel eines Kartenspiels zum Thema SEAL-Einsätze.

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Neues von den Küstenzauberern

D&D 5th Ed. angekündigt

Nachdem bereits erste Gerüchte in der New York Times zu lesen waren, wurde es erst via den Twitter-account von @Wizards_DND und dann auch via die Webseite bekannt gegeben (wobei über ersteres Russell Morrisey – @morrus – ein wenig pikiert reagierte.

Es kommt eine neue Version von D&D, das wäre nach aktueller Zählung die 5. Edition. Noch im Frühjahr soll ein offener Spieletest erfolgen, mit dem Ziel das Spiel den SPielern bekannt zu machen, bevor man es als neu verkauft.

Laut der Meldung bei WotC ist die Entwicklung inzwischen so weit, dass Playtests außerhalb der eigenen vier Wände möglich sind, aber es bleibe dennoch viel zu tun. Der erste öffentliche Playtest soll Ende des Monats bei der D&D Experience stattfinden – eine Convention, die in Fort Wayne, IN, stattfinden wird. Das soll auch das letzte Mal sein, dass diese Convention selbständig sein wird: Ab 2013 soll sie in die GenCon eingegliedert werden.

Ich denke, man darf gespannt sein, in welche Richtung sich das Spiel entwickeln wird, wenn (und inwieweit) die Spieler selber ihre Stimmen hörbar machen können. Und man darf wohl auch gespannt sein, ob die Versionskriege zwischen den Editionen – die manchmal die Kreuzzug-artigen Ausmaße einer Diskussion Unix v/s. Windows oder DSA v/s D&D annahmen – durch diese größere Einbindung der Spielerschaft vermieden werden können.

Meine Vorhersage: in beiden Fällen, in denen in nach einer Menge fragte, erwarte ich, dass die korrekte Antwort ‘nur ein kleines bisschen’ lautet.

Neues von Helden

Hero Games schrumpft

Wie ich auf der Seite von ICv2 las, schrumpft der Mitarbeiterstab von Hero Games, dem Herausgeber des Champions Superheldenrollenspiel. Statt bislang drei Mitarbeitern wird ab 2. Dezember nur noch eine einzelne Person die Fahne hochhalten.

Nachdem Darren Watts, zur Zeit Präsident, und Stephen Long, Entwickler für Hero System, am 2 Dezember die Firma verlassen, wird nur noch Jason Walters, General Manager, übrig sein und den Versand und die allgemeinen Aufgaben abhandeln. (Irgendwie seltsam: insgesamt drei Mitarbeiter, und jeder hat einen wohltönenden Titel. Ist ja faast wie ein Blog mit zwei Mitarbeitern: einem Chefredakteur und einem Redakteur… ;) ). Allerdings sind wohl Verhandlungen im Gange, dass die beiden ‘Ehemaligen’ Lizenzprodukte zum Hero System produzieren wollen.


Wer sich ein wenig im System auskennt, weiss, dass Hero Games gerade an einem Buch arbeitet, dem Book of the Empress. Das soll noch herauskommen, angesichts der finanziellen Lage allerdings finanziert über Kickstarter.

Damit scheint die zweite Ära der Superhelden-Rollenspiele endgültig aufs Ende zu zu gehen. Champions, das bereits 1981 erschien, war in beiden Äras gut vertreten – damals erst im Eigenverlag, später dann bei Iron Crown und Talsorian (ich erinnere mich noch gut an das ‘dicke blaue Buch’, die Ausgabe von ICE, und die Runden die wir mit dem regelwerk spielten). Den Schrumpfungsprozess in den 90ern, dem u.a. D.C. Heroes und das originale Marvel Super Heroes RPG zum Opfer fielen, hat es überstanden, und den neuen Aufschwung in der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts nutzen können. Zur Zeit ist die Situation wieder eher schlecht – der Wirtschaft sei es ‘gedankt’ – und irgendwie scheint es die Superhelden-Rollenspiele am schnellsten zu erwischen.

Man kann nur hoffen, dass sich die Lage schnell wieder entspannt und dass dem Hero System und Champions noch viele Jahre verbleiben mögen.