R.I.P. Rick Loomis

24.08.1946 – 23.08.2019

Game designer Rick Loomis at Gen Con Indy 2014 on August 15, 2014., foto: Wikipedia-User BOZ, Nutzunh unter CCA-SA 4.0

Soeben hat mich die Nachricht getroffen, dass der amerikanische Herausgeber und Spieledesigner Rick Loomis wenige Stunden vor seinem 73. Geburtstag seiner Krebserkrankung erlegen ist.

Nachdem er in der amerikanischen Armee gedient hatte, begann er im Jahr 1970, Spiele per Post anzubieten, zu Beginn vor allem Runden in seinem Spiel Nuclear Destruction, in dem er ziemlich schnell auf über 200 Teilnehmer gleichzeitig kam. Um die ständig steigenden Spielerzahlen verwalten zu können, ließ er sich von einem befreundeten Programmierer ein Computerprogramm schreiben, mit dem er die Verwaltung abhandeln konnte; er behauptete später immer, er sei der erste Mensch gewesen, der einen Computer gekauft habe mit dem einzigen Ziel, darauf Spiele zu spielen.. Außerdem gründete er hierfür seine Gesellschaft Flying Buffalo Inc.

Im Jahr 1972 weitete er gleich das Geschäft auch auf Rollenspieprodukte aus, eine Reaktion auf den großen Erfolg, den er mit Ken St Andres Tunnels und Trolls auf Origins hatte.

Ebenfalls im Jahr 1972 weitete er das Verlags-Portfolio aus um das Kartenspiel Nuclear War. Dieses Spiel blieb ein Aushängeschild seiner Firma, und auch eine Neuauflage (die ‚zigste), die vor einigen Jahren über Kickstarter finanziert werden sollte, war wieder sehr erfolgreich.

Neben diesen sehr erfolgreichen Produktlinien hatte FBI aber auch eine ganze Reihe anderer, erfolgreicher Produkte: so das auf dem System, das im Fliegerspiel Ace of Aces verwendett wird, beruhende L:ost Worlds, das Rollenspiel Mercenaries Spies and Private Eyes, die Bücherreihe mit Grimmzahns Fallen, die Citybooks usw.

Im Jahr 1988 wurde er in die Ruhmeshalle von Origins aufgenommen, als erster von bislang vier Mitarbeitern von FBI, denen diese Ehre zuteil wurde.

Anfang diesen Jahres wurde bei ihm ein bösartiges Lymphom entdeckt, hoffte aber, den Krebs besiegen zu können. Die hohen Behandlungskosten, die von den amerikanischen Gesundheitsversicherungen nur zu geringen Teilen bezahlt werden, sorgten dafür, dass erst kürzlich eine Kampagne bei GoFundMe eröffnet wurde. Außerdem machte das Bundle of Holding eine Sonderaktion: normalerweise kann man hier elektronische Rollenspielprodukte erwerben, wobei ein gewisser Prozentsatz der Beiträge an eine gemeinnützige Organisation geht. Ein weiterer Anteil wird von BoH für die eigenen Unkosten einbehalten, und der Rest wird dann an den Anbieter ausbezahlt. Das zurzeit noch laufende Angebot bei BoH geht nicht teilweise an Dritte gemeinnützige Organisationen, sondern dieser Anteil sollte in vollem Umfang zusätzlich Rick zur Unterstützung seiner Gesundheitskosten zugutekommen. Auch jketzt lsaiufen diese Aktionen, die dann den Hinterbliebenen – seinen beiden Schwestern, die jetzt auf den Schulden sitzen, zugute kommen sollen.

Ich habe Rick leider nur bei seinen jährlichen Besuchen auf der SPIEL kennenlernen dürfen. Ich habe ihn dort als einen freundlichen und humorvollen Menschen kennengelernt, der, wie man so schön sagt, „die Ruhe weg hatte“. Er hat viele von uns inspiriert – und nicht nur uns, er war auch zeitlebens sozial aktiv, zum Beispiel im Rahmen der Softball-Liga seiner Kirche. Sein Traum war es, wunderbare, Spaß machende Spiele und Abenteuerwelten zu entwerfen. Bei seinen Spielen ging es immer erster Linie um den Spaß, den man mit ihnen haben konnte, und nicht so sehr um das gewinnen. Auch das Spiel Nuclear War passte mit seinem anthrazitschwarzen Humor dazu.

Mit Rick verliert die Spielewelt eine Person, die in vielem richtungsweisend war und immer noch ist. Er wird uns sehr fehlen.

Ein Kommentar

  1. satyadeva sagt:

    Thank you so much for share your knowledge

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