Archiv für DelRoh

Was lang sich wehrt wird endlich Blut…

Arcane Codex – Drakia

Drakia-Cover

Kann ich das jetzt so einfach sagen…? Ich habe den Eindruck, kein Quellenband irgendeines deutschsprachigen Rollenspiels ist so lange so dringlich erwartet worden wie dieser hier. Drakia. Mittlerweile ist Arcane Codex in der 3rd Edition angekommen, und dann endlich… ich habe es selbst kaum glauben können, denn es hatte schon Routine… man kommt zum Stand von Nackter Stahl, spricht ein wenig mit Saskia über Neuheiten, und die fast obligatorische Frage „Drakia?“ bekam immer ein „Ja, wir arbeiten dran, es ist in der Mache…“. Wir reden hier von Jahren, eigentlich Jahrzehnten. Sehr schwere Geburt, hm?

Aber das Warten hat verdammt noch mal GELOHNT. Ich habe es ja selbst kaum glauben können, da auf der letzten Spiel „Drakia“ auf der Liste der Neuheiten zu sehen. Was also steckt in den 268 Seiten, die die Arcane Codex Spielerschaft schon seit einer gefühlten Ewigkeit unbedingt haben wollte?

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SL werden ist nicht schwer…

Des Kobolds Handbuch der Spielleitung und Des Kobolds Handbuch für Plots und Kampagnen

Erstverkaufstag

…denn dazu reicht es doch, sich an einen Tisch zu setzen und ein paar Freunde einzuladen, oder auch eine Runde auf einer Convention auszuhängen (das ist dann wohl Level 2), oder…?

Ja, einige denken sicher so. Vermutlich haben wir „alte Hasen“ das auch schon mal gedacht. So – in meinem Fall – vor gut 34 Jahren… was, so alt ist Rollenspiel schon? Ja, ist es, sogar älter, es ist im Prinzip so alt wie ich, und „in Deutsch“ deckt sich meine Timeline in etwa mit der, ich bin „deutsches Rollenspiel-Urgestein“, sozusagen. Und ja, auch bei mir gab’s mal Dungeoncrawls, Slaughterhouses, Monty-Hauls und was nicht alles, aber – aus heutiger Sicht – zum Glück nicht allzu lange.

Ja. Spielleiter quasi von der „ersten Stunde“ an, wobei ich das Glück hatte, in meiner Schulklasse eine recht „nerdige“ Freundesgruppe zu haben… 7 Leute, wovon 4 im Wechsel leiteten, sogar 2 Systeme (DSA und D&D), und es war sogar ein Mädchen dabei, wow, das war seinerzeit „Exotenbonus“…

Davon sind wir mittlerweile seeeehr weit entfernt. Die Rollenspielszene hat sich gewandelt, und das mehrfach, teilweise, weil es auch die Gesellschaft getan hat. Das Hobby ist zwar noch „nerdig“, aber nicht mehr so extrem wie es mal war; gerade die deutsche Szene hat sich von der amerikanischen wegbewegt, und – hey, die „Amis“ haben sogar was gelernt. Aber eins ist nach wie vor so wie es immer war – Spielleiten ist Arbeit, egal ob Oneshots oder Kampagnen, und die Erwartungshaltung der Spieler ist auch nicht gerade geringer geworden.

Warum schreibe ich das… nun… ich habe mir die letzten Tage die PDFs der beiden oben genannten „Kobolds Handbücher“ durchgelesen. Kobold? Nein, kein Staubsauger. Von denen gibt es mittlerweile ein paar mehr, und auf Deutsch gibt es sie jetzt bei Ulisses, und diese beiden just jetzt, wo ihr das hier lesen könnt, gerade pünktlich zur CCXP.

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SPIEL Tag 4 und Resumée

Letzte Runde mit Ricola und Wodka gegen Stimmverlust…


…gegen Verspätungen hilft das allerdings nicht. Nun, den Schlafmangel habe ich mittlerweie ausgleichen können…

So. Es ist uns gelungen – ab Samstag dann auch zu zweit, da Roach dann auch vor Ort sein konnte – möglichst viele Anbieter und Neuheiten auszukundschaften, uns Material zu organisieren, neue Verlage kennenzulernen… ich bin mir sicher, es sind einige außen vor geblieben, sei es, weil die Verantwortlichen einfach nicht am Stand waren, oder auch, weil der ein oder andere Stand wirklich ziemlich versteckt war. Und das, obwohl der Messe-Guide einen recht guten Eindruck machte. Am schwierigsten sind oft „Kombi-Stände“, also keine Pavillons verschiedener Länder, sondern solche, die sich mehrere kleine Verlage aus ökonomischen Gründen teilen. Und wenn die sich dann untereinander nicht mal kennen, kann das kompliziert werden…

Insgesamt war die Messe wieder ein Rekordbrecher, das war schon vorher klar und hat sich einmal wieder bestätigt. Die neuen Hallen sind positiv aufgenommen worden, die Aufteilung in Gänge und Stände war gut gelungen und man hatte den Eindruck, etwas besser voran zu kommen als in vergangenen Jahren. Als Presse aber erst um 9:30 in die Lounge zu können und erst 9:45 in die Halle – das ist, diplomatisch ausgedrückt, sehr ungünstig. Die SPIEL ist kurz genug, und wir sind froh genug, so manchen Verlag mal „außerhalb“ zu erwischen, bei zivilerer Lautstärke… das ist so kaum noch möglich, und es sollte sich nächstes Jahr wieder ändern, es ging doch bisher auch gut. (Und eine Anmerkung an die Deutsche Bahn… da hat man einmal ein Jahr, in dem nicht die Lokführer streiken, in dem auch nicht ein Stellwerk in Mülheim abgebrannt ist, und dann… sperren die ausgerechnet zur Messe die Strecke zwischen Duisburg und Essen komplett… wirklich, wer immer sich das ausgedacht hat, hat offenbar keine Ahnung vom Verkehrsaufkommen während der Messe, und vor allem der durch so einen Mist nötigen Umwege… das war eine Sch… Idee!!!).

Übergreifende Mottos der Messe, ja gabs die denn überhaupt? Weit weniger deutlich als manche Themen der Vergangenheit, würde ich sagen, es sei denn, das Thema „Diebe“ zählt (es gab tatsächlich einige Spiele in dem es ums Stehlen geht – aber ob die dann auch reale Diebe besonders angelockt haben?). Ansonsten vielleicht noch „Kolonisation“, und eben, wie an Tag 0 erwähnt, Spiele, wo die Spieler eben eher die „Bösen“ spielen. Die Messeverpflegung war sinnvoll gelagert – größtenteils in der Galeria, sowie in einem extra dafür abgeteilten Hallenteil, und die Preise hielten sich für eine Messe sogar in Grenzen – da sollte sich manch andere Messe vielleicht mal ein Beispiel daran nehmen (allerdings gilt das nicht für Getränke… da waren die Preise rundweg unverschämt). Erfreulich waren da eher die interessanten Neuankömmlinge, zB aus Indonesien, die einen guten ersten Auftritt hingelegt haben, wie auch der ein oder andere neue Kleinverlag, der die Messe als gutes Präsentationsmedium genutzt hat.

Summa summarum mal wieder „typisch Essen“ – wir haben viel zu testen, ich habe einige Mails zu schreiben, und vor allem bin ich auch froh, heute die Füße hochzulegen. Bleibt die Spannung, wie weit der Umbau der vorderen drei Hallen nächstes Jahr sein wird, und ob wir da eher anderswo starten als dieses mal. In diesem Sinne, frohes Spielen!

SPIEL Tag 3

Abgestürzter Mond, spanische Rollenspiele und neue Hired Guns

Drei Viertel der Messe habe ich hinter mir, noch merke ich meine Füße, und mitgebracht habe ich heute… einiges an Durcheinander, aus diversen Herkunftsländern. Da fallen auch… na, sagen wir mal „Genussmittel“ drunter, denn in Halle 6 kann man zB exotische Biere (BrauArt, 6 L113) oder auch leckere Metvarianten (Der Metmann, 6 K113) probieren (Empfehlung des Tages – Ragnarok – Met mit Macadamianuss).

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SPIEL Tag 2

Menschen im Gleis, Verkehrschaos, Vor, Zurück und wieder andersrum – und Indonesien.

Aloha liebe Leser… Es ist mal wieder mitten in der Nacht und ich tippe das Resümee des zweiten Messetages… noch merke ich meine Füße, trotz mancher doppelter und dreifacher Lauferei. Erfahrungsgemäß ist der Freitag knapp der „leerste“ Tag, und glücklicherweise sorgt die Aufteilung der neuen Hallen eigentlich für ein etwas besseres Durchkommen und eher wenige Engstellen; trotzdem haben einige Spezialisten das Talent, auch hier noch ausgerechnet an den wenigen neuralgischen Punkten spontan stehenzubleiben… und die aufgrund ebenfalls „im Weg stehender“ Leute verspäteten Züge machen das auch nicht gerade besser.
Der Schwerpunkt lag auf Hallen 4 und 3, sowie ein paar „nachgeholten“ aus den gestrigen Hallen, wo der- oder diejenige Gesprächspartner einfach verhindert war. » Weiterlesen

SPIEL Tag 1

Aus alt mach neu

Das gilt zumindest für die Messehallen. Ich war am ersten Tag der Spiel vor allem in den Hallen 5 und 6 unterwegs, also am „hinteren Ende“ der Messe. Moment mal… Ende? Die ging doch letztes Jahr bis Halle 8, und ist gewachsen, wie kann denn… ja, diese Frage stellten sich einige Besucher. Die Antwort ist eigentlich einfach, und dem Veteranen auch sofort klar, wer neu ist guckt allerdings komisch.

Die Hallen 4-6 sind erneuert worden, insgesamt gibt es jetzt „nur noch“ 8 Hallen, wo einmal 12 waren. Und die ehemalige 6 & 8 entsprechen nun ungefähr der neuen 5, wo sich auch viele der Aussteller, die da vormals waren, wieder finden. Allerdings sind viele Anbieter aus dem Rollenspiel- und Tabletopsektor auch in der „neuen“ 6 gelandet, die komplett neu erstellt wurde, und deren großzügige Aufteilung hilft, weniger Staus zu verursachen.
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Messe Tag 0

Alte Bekannte, neue Zahlen, Das Böse regiert und wieder alles Scheisse

Wer uns schon länger verfolgt und die SPIEL kennt, weiß, was sich dort immer am Mittwoch vor der Publikumseröffnung abspielt. Zunächst gibt es eine Pressekonferenz, in der vor allem interessante Zahlen zu Sprache kommen (so zum Beispiel die mittlerweile 80.000m² Ausstellungsfläche der SPIEL, das diesjährige Umsatzplus von bisher schon beachtlichen 16%, und einige weitere Rekorde), und ein paar besonders bemerkenswerte oder trendtypische Spiele angesprochen werden. Und dann geht’s zur Neuheitenschau, die zum Glück seit sie in der 1A stattfindet nicht mehr in allgemeinem Gedränge ausartet.
Trends dieses Jahr? Nun, Legacy-Spiele sind nach wie vor offenbar beliebt, mittlerweile sogar bis hin zum „Unique Game“ – schade, sowas lässt sich nicht mal wirklich rezensieren, höchstens was Materialqualität angeht. Dann scheint es eine gewisse Tendenz zu Spielszenarien zu geben, wo die Spieler eher die traditionell „Bösen“ spielen und sich irgendwie verteidigen müssen… und tatsächlich wieder Scheisse, zumindest wenn es nach Mattell oder Pegasus geht.
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