Tag Archiv für Con

Returned: Pricey & Calm

RPC 2012

Sie ist ja schon einige Zeit her, die letzte Role-Playing Convention, aber das heisst nicht, dass ich sie komplett vergessen hätte. Anfang Mai 2011 fand sich in der Messe Köln die halbe deutsche Rollenspielwelt ein, um eine konzentrierte Dosis Informationen und Waren zu erhaschen.

Mit 220 Ausstellern (sieben Prozent mehr als 2010) war ein neuer Ausstellerrekord erreicht, und das obwohl, wie ich bereits kurz nach der RPC bei den Neuigkeiten schrieb, ein paar Verlage gar nicht erst angetreten waren. Irgendwie scheinen RPC und SPIEL sich im Rollenspielbereich zu Konkurrenten zu entwickeln. Ich weiss nicht, ob ich das gut finden soll oder schlecht – es entzerrt zwar das Veröffentlichungsjahr ein wenig, aber es gibt gerade unter den kleinverlagen natürlich auch eionige, die sich nicht zwei Stände im Jahr leisten können – gerade, wenn auch noch beispielsweise Hotel- und Transportkosten hinzu kommen, wenn der Verlag nicht geraede in NRW angesiedelt ist.


Leider waren keine Angaben zu finden über die Zahl der Besucher, allerdings ist die Zahl zumindest gefühlt deutlich zurückgegangen. Sogar an den Toiletten (an denen in den letzten Jahren immer lange Schlangen standen) gab es Zeiten, dass man ganz ohne Warterei durchkam.

Das sinkende Besucherinteresse war meiner Meinung nach sicher vor allem den Preisen geschuldet – die Eintrittskarte war mit 15 Euro für einen bzw. 21 Euro für beide Tage ziemlich teuer. (Das wird dieses Jahr auch nicht besser werden: Die Preise sind mit 15,50/21,- Euro im Vorverkauf bzw. 16,50/23,- Euro an der Tageskasse sogar noch einmal leicht gestiegen.) Aber nicht nur der Eintritt war teuer. Neben den unweigerlichen Ausgaben für das eine oder andere Rollenspielzeug (wobei ich mir wohlweislich nur ein paar 'Testwürfel' von Chessex zulegte, die stark verbilligt waren sowie bei einer Sammlungsauflösung zuschlug) will man ja vielleicht auch noch etwas essen und/oder trinken. Wenn man aber die Preise an den Ständen sah, begann man bereits trocken zu schlucken, bevor man sich anstellte – verglichen mit den Preisen auf der RPC könnte man die Stände auf der SPIEL als Discounter bezeichnen. Wenigstens galt voriges Jahr, was auch dieses Jahr wieder gilt: Kinder unter 12 (in Begleitung eines – zahlenden – Erziehungsberechtigten) haben freien Eintritt.

Die Aufteilung der Hallen und des Außengeländes war dieselbe wie in den letzten Jahren: die erste Halle für Computer und die Gothic- und LARP-Szene, die hintere Halle für Rollenspiel und Verwandte, das Freigelände für Musik, Essen und ein paar LARP-Stände. Die Computerhalle verursachte allerdings dieses Jahr deutlich weniger Krach, und auch die Vorträge – die aus dem Zwischengang in die hintere Halle umgezogen waren – waren hierdurch deutlich besser zu verstehen.

Die Organisation der Rollenspielrunden ist allerdings verbesserungswürdig. Wenn die Messe um 10 Uhr beginnt, und eine Runde (damit die leute sich anmelden können) für halb elf angesetzt ist, bringt es wenig, wenn erst gegen elf Uhr die Aushänge an die Wand kommen… Auch wurden von Spielleiterseite Stimmen laut, dass beim Zuteilen der Tische doch arg viel an statistischen Daten erfasst wurde, was eigentlich nicht nötig gewesen wäre. (Und wenn man sich nur hinterher die Aushangzettel hätte zurückgeben lassen, hätte man hieraus bereits viele Fragen beantworten können, ohne die Anmeldeprozedur unnötig zu erschweren.)

Ein wenig wurde die gute Laune der Messebesucher auch durch den Aufmarsch getrübt, der sich an dem Wochenende in Köln breitmachte. Zwischen der Messe und der Brücke zum Hauptbahnhof standen eine ganze Menge Polizeiwagen in und Polizisten in Kampfausrüstung, denn just an diesem Wochenende wollte "Pro NRW“ einen "Marsch der Freiheit“ veranstalten und hatten sich Gegner dieser weit rechts stehenden Gruppierung zu einer Gegendemonstration eingefunden. Schlußendlich blieb es in Köln aber ruhig, und auch die teilweise sehr fantasievoll gewandeten Conbesucher gerieten nicht in die Mühlsteine der Justiz. Da die RPC dieses Jahr effektiv am selben Wochenende stattfindet wie voriges Jahr, darf man, denke ich gespannt sein, wie es dieses Jahr aussieht.

Trotz alledem ist die RPC – auch, weil sie die einzige Gelegenheit im Jahr bietet, dass Computerrollenspieler, LARPer und P&P-Rollenspieler zusammenkommen – sicher eine Reise wert.

Dicke Backen

HamsterCon

Mörfelden-Walldorf liegt ja etwas abseits meiner üblichen Einsatzgegend, und so ist es wohl auch nicht überraschend, dass ich bis 2011 nicht auf der HamsterCon zu sehen war, die ja immerhin in einem Gemeindehaus daselbst stattfindet. Aber da die Pegasus-Kartenspiel-Supporter, die normalerweise dort anwesend sind, es in diesem Jahr wegen zeitlichen Problemen nicht schafften, habe ich mich auf den (weiten) Weg gemacht und mir einen alten Wunschtraum erfüllt: Ich habe mir den HamsterCon angesehen.

Wer nicht wie ich mit einem Navigationagerät mit dem Auto kam, hatte zu Beginn ein wenig zu suchen; die Hinweisschilder wurden m.W. erst nach Conbeginn aufgehängt, wodurch aber die Besuchermenge keinen Schaden nahm. Im Gegenteil: die Con sah für mein ungeschultes Auge ziemlich voll aus. Nicht so gedrängt voll wie der AdventureCon, der ja aus allen Nähten platzt, aber voll war er doch.
Das Gemeindehaus besteht in erster Linie aus einem großen Saal mit einer Bühne, und ein paar Nebenräumen. Die Bühne war mit den Vorhängen abgeteilt; hier fanden Rollenspielrunden statt, für andere Rollenspielrunden musste man in die Nebenräume, die leider alle nur über Treppen zu erreichen waren. Auch die Bühne benötigte, wie bei Bühnen üblich, ein paar Schritte eine kleine Treppe hinauf. Auf den Rollstuhl angewiesene Spieler haben hier leichte Probleme, aber das kann man der Orga nicht zum Vorwurf machen: Das sind die baulichen Gegebenheiten.

Im großen Saal fanden dann die Kartenmspielrunden statt, einschließlich der Turniere (u.a. ein Munchkin und ein Brawl-Turnier). Leider war das Wetter teilweise sehr feucht, so dass vom angeschlossenen (Schul-?)Hof nur teilweise Gebrauch gemacht werden konnte. Neben einigen Rollenspielrunden wurde hier auch ein ausgiebiges Cash-n-Guns-Turnier abgehalten.

Außerdem wurde hier ein Teil der Verpflegung zubereitet: Der Grill hatte trotz des teilweise schlechten Wetters Hochkonjunktur. Verständlich, dass man vorbestellen und vorher bezahlen musste – der Con ist nicht so groß, dass er sich größere Verluste im Verpflegungsbereich leisten kann. Aber auch das Küchenpersonal abseits des Grills (u.a. ein sehr leckeres Chili con Carne) ist lobenswert. Und die Preise sind absolut akzeptabel.

Die sanitären Anlagen waren auch in Ordnung und wurden sauber gehalten.

Die Organisatoren waren trotz des Stresses, dem sie natürlich ausgesetzt sind, stets freundlich und hilfreich, auch einem Hamster-Noob wie mir gegenüber.

Um noch einmal zusammenzufassen: wenn er nicht so weit weg wäre, wäre ich sicher häufiger auf der HamsterCon, aber mit fast 350 km Fahrstrecke (eine Fahrt, laut Routenplaner) ist es für mich doch ziemlich weit. Wer aber aus der Gegend kommt, sollte die nächste Con ins Auge fassen: das wird die zehnte, und damit eine Jubiläumscon.

Veranstaltung HamsterCon 2011
Ort Gemeindezentrum, Kirchgasse 8, 64546 Mörfelden-Walldorf
Eintritt Tageskarte: 2 €, Alle Tage: 5 €
Teilnehmer ca. 150
Dauer Freitagabend – Sonntagabend

 

Frisch gekräht

Neues vom KrähenCon

Ich hatte ja vor wenigen Tagen noch geklagt, dass von einigen Cons noch keine Termine bekannt seien. Für den KrähenCon wurde mir soeben der Termin gesagt: der Con in Krähfeld… äh, Krefeld natürlich … findet dieses jahr natürlich wieder statt, und zwar am Wochenende vom 3. und 4. September.

Also Bleistifte spitzen, Terminkalender herausholen und eintragen.

Sag mir Quando, sag mir wann…

Con-News

Der Titel ist nicht ganz zufällig gewählt. Wie treue Leser dieses Blog wohl wissen, bin ich regelmäßig auf Cons zu finden. Das war in den letzten Jahren auch einigermaßen gut zu planen, zumindest waren die Termine in der Regel frühzeitig bekannt, auch wenn sie manchmal arg unglücklich zusammenfielen. Ich denke da an den 'Großkampftag‘, als an einem Wochenende Cons in Syke, Hannover, Braunschweig, Münster, Remscheid, Mainz, Freiburg und Wien stattfanden…

Dieses Jahr sieht es etwas anders aus. Bis jetzt erscheinen auf dem zur Zeit umfassendsten Conkalender (auszugsweise auch im linken Seitenbalken zu sehen) nur wenige Parallelcons – was aber wohl eher daran liegt, dass so mancher Con noch keinen Termin gewählt hat – und das, obwohl der regelmäßige Termin bei einigen vor der Haustüre stehen würde.


Einer dieser 'verschwundenen' Cons ist der King… ähh, nein, der King… upps, nein nicht Kingston, der Ki… grmbl ich meine den KingCon (ja, da müsste er sein, aber ich erhalte da zur Zeit nur einen Parse/Syntax Error…), den 'Con für Könige und Menschenaffen‘, der seit einigen Jahren in Duisburg stattfindet. Eigentlich sollte er in diesem Monat wieder stattfinden, allerdings mit teilweise neuer Schirmherrschaft und in Bochum. Leider scheint man dort allerdings Probleme zu haben, eine geeignete Location zu finden, und die Webseite scheint zur Zeit, wie gesagt, auch nicht zu funktionieren.

Update: Der KingCon scheint mittlerweile eher unter kingcon.de zu erreichen zu sein, aber auch auf dieser Seite – die auf die 'alte' Seite verweist, wenn man sich für frühere KingCons interessiert, wurde zuletzt im Juli 2010 geupdated, genau wie ihr Twitterfeed oder ihre Facebook-Seite

Traditionell spät erfuhr man in den letzten Jahren immer den Termin der KlingenCon in Remscheid-Lennep. Einmal abgesehen davon, dass man dort Orga-Mitglieder und Helfer sucht, sind hier bereits Termine bekannt. Ja, nicht nur der Frühjahrstermin (16./17. April) ist mittlerweile bekannt, sondern sogar der Herbsttermin steht bereits dort: der 5./6. November. So früh habe ich den Termin eigentlich noch nie erfahren. Der Frühjahrstermin ist verschoben: traditionell findet die Klinge am letzten Aprilwochenende statt, WIMRE, aber das würde dieses Jahr auf den 1. Mai fallen.

Ein weiterer Con, der traditionell am letzten Aprilwochenende stattfindet und daher mit der Klinge kollidiert (so dass ich ihn auch noch nie besuchen konnte) ist die MitSpielen in Münster. Auf der oben verlinkten Webseite wird allerdings als Termin noch "?.2010 – ?.2010″ angegeben, während eine Umfrage rechts fragt, wie die 2010er MitSpielen gefallen habe. Wie man im Blutschwerter-Forum (die Blutschwerter sind auch die Veranstalter) im Off-Topic der Vampire-Chronik 'Ahnenblut' (also kontraintuitiv hier) nachlesen kann, ist man sich noch nicht über einen Termin einig, ebenfalls wegen der Kollision mit dem 1. Mai, sowie der RPC, die eine Woche später stattfindet.

Auch zum Krefelder KrähenCon ist noch kein Termin bekannt. Irgendwo habe ich zwar gehört, dass ein Termin gewählt sei, aber die Webseite macht immer noch Werbung für den 2010er Con.

Nach so viel schlechten eine gute Nachricht: der 24-Stunden-InSomniaCon in Schüttorf, der ursprünglich eine Woche später stattfinden sollte, wurde auf den 14.-16. Oktober gelegt. Kein Wunder: am folgenden Wochenende ist die SPIEL in Essen…

Abenteuerlich

AdventureCon 2010

Schon fast ein Jahr ist es her, da war ich in Hamburg auf der AdventureCon. Und wie ich erschrocken feststelle, habe ich noch nicht einmal ein Wort darüber hier von mir gegeben. Was ich hiermit dann (endlich) nachholen möchte.

Der SDNV (Sodalitas Dei Nomine Vacantis e.V. – übersetzt so viel wie: Bruderschaft des Namenlosen Gottes), der den AdventureCon veranstaltet, ist einer der vier Vereine, die auch den NordCon machen. Der AdventureCon ist allerdings ganz in der Hand des SDNV, und findet traditionell gegen Winterende statt. Ort des ganzen ist das Eidelstedter Bürgerhaus, das Mitten im Hamburger Stadtteil Eidelstedt liegt. Gerne hätte ich 'im schönen Hamburger Stadtteil' geschrieben, aber Mitte Februar war der Schnee dort höher als in Bayern, und von Hamburg selber war sowieso nicht viel zu sehen. Es gab in direkter Nachbarschaft einen Marktplatz, und einige Lebensmittelgeschäfte, der Hauptversorger für die Congänger war allerdings der SDNV.


Aber zunächst noch ein paar Worte zu den Räumlichkeiten: Über zwei Etagen verteilten sich die Räume, mit so schönen Namen wie 'Kerker ohne Drachen‘, 'Krypta‘, oder auch 'Colosseum'. In 'Turnierplatz‘, 'Stallungen' und der 'Waffenkammer' fand man allgemeine Karten- und Brettspielrunden, im 'Turmzimmer' den Pegasus-Brettspiel-Support (und, IIRC, auch den von Asmodée).

Die Kantine hatte übrigens den schönen Namen 'TARDIS‘, war aber leider von innen nicht größer als sie von außen aussah – da änderte auch der silberne Wandbehang nichts, den der SDNV angebracht hatte. Zu klein war sie allerdings auch nicht, zumindest habe ich keine Gelegenheit erlebt, zu der der Raum überfüllt gewesen wäre.

In den Gängen selber war fast der gesamte Platz für den Verkehr frei, nur der Laden (Mitveranstalter Spieldoch) und die Rezeption waren hier zu finden.

Überhaupt tat der SDNV alles, um den Gästen das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Sogar ein Kopier- und Druckservice (wenn jemand vergessen hatte, Charakterbögen auszudrucken), oder auch eine Spielregelausleihe waren angeboten – letzteres habe ich noch nie so gesehen, ersteres eher als Kulanz- aber nicht als allgemeines, öffentliches Angebot.

Der Druckdienst war dann auch für die Produktion der ConNews verantwortlich – auch eine nette Idee: insgesamt sechsmal wurde eine ConNews verteilt, mit Hinweisen für die Gäste, Kommentaren zu Runden, Sprüchen und mehr. Man kann die Ausgaben der 2010er Con auch im Wiki des Vereins bewundern. Wen es interessiert: ich war sowohl für die Pralinen von den Ghulen, als auch für den Dreimaster auf dem Salzsee und den Affen zuständig…

Gespielt wurde also so einiges. Neben den Karten- und Brettspielen natürlich auch jede Menge Rolle: Cthulhu, DSA, Shadowrun, Deadlands, Perry Rhodan (!), Arcane Codex, Savage Worlds… Es gab auch ein Cthulhu Live (parallel zu meiner Affenjagd angesetzt), das aber aus wohl nicht von der Spielleitung zu verantwortenden Gründen bereits relativ kurzer Zeit endete, mit der fachmedizinischen Begründung 'Exitus‘: es gab anscheinend ein Massensterben unter den Teilnehmer-Charakteren. Aber so ist Cthulhu nun mal, da kann auch so etwas passieren.

Viel los war auf dem Wochenende, am Samstagnachmittag schien das Bürgerhaus aus allen Nähten zu platzen. Geschätzt waren laut ConNews zu dem Zeitpunkt 250 Gäste gleichzeitig da, was bedeutete: all voll, all voll. Und dennoch: die Orga blieb auch im größten Stress freundlich. Chapeau!

Was der Orga daher auch ein wenig Probleme bereitete, war die Verköstigung der hungrigen Massen. Sowohl Kuchen als auch Fleisch und Getränke waren wohl deutlich zu knapp kalkuliert worden, und es wurden Expeditionen zur Fourage ausgeschickt. Was aber auch besagt, dass Essen und Trinkern günstig und gut waren! Nudeln mit Gemüsebolognese und nach Wahl Fleischbeilage, Hot Dogs, Curry… Ja, wie schon das erste Beispiel zeigt: es wurde auch an die alternative Verköstigung der Pflanzenfresser gedacht ;)

Dennoch waren die Toiletten, wenn ich sie aufsuchte, sauber und ordentlich, was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist und auch schon bei kleineren Cons zu Problemen führen kann.

Alles in allem ein gelungenes Wochenende, und dieses Jahr – am ersten Märzwochende – wird man mich aller Wahrscheinlichkeit nach wieder in Hamburg antreffen können. Wer es schaffen kann: es lohnt sich.

Veranstaltung AdventureCon 2010
Ort Bürgerzentrum Eidelstedt, Hamburg
Eintritt Tageskarte: 3 €, Alle Tage: 5 €
Teilnehmer ca. 500 (ganz grob geschätzt)
Dauer Freitagabend – Sonntagabend
Nächster Con 4.-6. März 2011

Wie heisst der?

Namenlose Tage 8
Zweimal im Jahr findet in Syke direkt bei Bremen ein kleiner Con statt, der den vielsagenden Namen "Namenlose Tage“ hat, und der im dortigen Jugend- und Kulturzentrum ein angenehmes Zuhause gefunden hat. Und weil der Con von Freitagabend bis Sonntagabend geht, habe ich ihn mir im Frühjahr einmal angesehen, auch wenn er am selben Wochenende war wie der Conventus Leonis.

Syke liegt, wie gesagt, direkt bei Bremen, ganz in der Nähe der A1, ist also ziemlich leicht zu finden. Das Jugendzentrum als solches eher weniger – zumindest, wenn man mit den 'üblichen Vorurteilen' gegenüber Jugendzentren anreist. Man muss schon wissen, dass es eine alte Katstelle ist, ansonsten denkt man, dass man die dahinter liegende, modern aussehende (Tennis-)Halle oder ein anderes der moderne aussehenden Gebäude in der Umgebung haben muss. Wer Jugendzentren wie die Insel in Duisburg, die Welle in Lennep oder den Pogo in Pulheim gewohnt ist, ignoriert das wirklich schmucke Häuschen einfach. Und dass – wofür die Verantwortlichen nichts konnten – es freitagabends in Strömen regnete, half auch nicht gerade. Am restlichen Wochenende war das Wetter dann doch besser.

Die Räumlichkeiten sind so, wie man es in einer Kate erwarten würde – urig und gemütlich. Im Erdgeschoss befand sich neben Küche und Verwaltung ein großer Raum (ehem. Stall?), in dem die Brettspieler und Tabletopper (u.a. ein Warhammer- und ein WH20K-Turnier) unterkamen, sowie eine Sitzecke, in der das ganze Wochenende rolllengespielt wurde. Außerdem konnte man die (leicht ausgetretene) Treppe ins Obergeschoss nehmen, wo einige Zimmer für Einzelrunden (sehr angenehm, weil dann die anderen Runden nicht zu unnötiger Lärmkulisse führen) warteten, sowie ein etwas größerer Raum für mehrere Runden gleichzeitig, was für ein Duales DSA-Abenteuer nützlich war.

A propos DSA: auch wenn der Con schon vom Namen her eindeutig DSA-basiert scheint, wurde doch alles mögliche gespielt. Neben DSA habe ich selber Shadowrun, Shadow Worlds und Cthulhu direkt gesehen, aber ich bin sicher, dass das nicht alles war. Leider war der Spielrundenaushang ein wenig unübersichtlich, und man hatte immer das gefühl, es fehle die eine oder andere Runde. Dennoch fand jeder Interessent sein Spiel.

Im Gegensatz zu 'normal' war diesmal kein Händler anwesend – normalerweise ist wohl der Highlander aus Bremen vor Ort, konnte aber diesesmal aus persönlichen Gründen nicht erscheinen. Das liess mehr Geld frei für Eintritt und Essen – aber auch hier gab es nur sehr geringe Ausgaben. Mit einem Eintritt von einem Euro (!) ist es wohl einer der günstigeren Cons, und auch die Verpflegung vor Ort war extrem günstig – und trotzdem gut. Dieser Con ist, was die Verpflegung und vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis derselben betrifft, unter den mir bekannten Cons einer der Spitzenreiter.

Was das andere Ende der Verdauungskette betrifft, zeigten die Namenlosen Tage sich ungewöhnlich. Neben 'ganz normalen' Toiletten, wie man sie in vielen öffentlichen Gebäuden findet (und die auch meist ziemlich sauber waren) gab es auch eine, die in einem ehemaligen Badezimmer untergebracht war (die mW einzige im Obergeschoss). Während auch diese grundsätzlich akzeptabel war, war es für einen Con ungewöhnlich, dabei auf eine Duschwanne zu schauen (die auch schon bessere Tage gesehen hatte).

Die Orga der Con war stets freundlich und hilfsbereit, man hatte sofort ein familiäres Gefühl. Überhaupt wurde von der Orga alles getan, damit man sich wohlfühlte – vom Ausdrucken von Charakterblättern oder vergessenen Handouts begonnen bis hin zu der Tombola, deren Los man bereits mit dem Eintritt erworben hatte. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende. Warum nur muss Syke so weit weg liegen, dass ich nicht jedes Mal hin fahren kann?

Veranstaltung Namenlose Tage
Ort Jugend- und Kulturzentrum Syke
Eintritt 1,- €
Teilnehmer ca.150
Dauer Freitagabend – Sonntagabend

Exotischer Norden

Con-Bericht NordCon 2008

Hallo liebe Blog-Gemeinde, hier meldet sich diesmal Del’Roh mit einem Con-Report, da unsere beliebte Kakerlake zur Zeit der Nord-Con dann doch ziemlich weit im Süden weilte (und vielleicht ein paar Gemsen oder Murmeltiere erschreckt hat).

Insofern… vom 4. bis 6. Junis fand der Nord-Con in Hamburg statt, und an sich wollten wir ja auch schon am Freitag ankommen… dieses Ziel wurde allerdings von der Polizei und dem Zoll verhindert, die uns – wie auch hunderte andere Autofahrer – quasi vor den Toren Hamburgs ausbremste, weil offenbar nach irgendwem gefahndet wurde. Im Endeffekt dauerte der Zwangsstau dort in etwa so lange wie die Reise bis zu diesem Punkt, und somit kamen wir erst irgendwann gegen Mitternacht auf der Nord-Con an. Natürlich waren da schon die vorangemeldeten Runden – wie auch einige spontane – schon im Gange, und so schlossen wir – also die Autobesatzung – uns kurzerhand der Werwölfe-Runde an, die wir dann im Prinzip auch grob die Nacht durchgespielt haben (und die natürlich wieder eine Menge Spaß gemacht hatte – zwischendurch waren wir über zwei Dutzend Spieler…)

Am nächsten Tag konnten wir uns dann auch ein etwas genaueres Bild von der Con (bei Tageslicht) machen. LARPer, Jugger und die Feldküche von Leib & Seele "vor der Tür“, Pen&Paper und Tabletops in den Räumlichkeiten der Schule: Für die, die die Nord-Con noch nicht kennen, sei erwähnt, daß diese nun schon mehrere Jahre hintereinander in einer recht großen Schule stattfindet, was zB auch den Vorteil hat, daß man ggf. einen ganzen Raum für sich hat, oder diesen mit eher wenigen anderen Gruppen teilt – vor allem scheinen die Orgas auch darauf zu achten, welche Systeme denn wo gespielt werden, wenn schon Räume geteilt werden müssen, eine CoC-Runde ist neben Deadlands sicherlich stimmungsvoller als vielleicht neben (oft eher lautem) Shadowrun…

Außerdem finden sich auf allen Etagen (erfreulich saubere) Toiletten, und es gibt auch (ebenfalls saubere) Duschen – bei dem Wetter keine schlechte Idee. Die Teilnehmerzahl scheint im Vergleich zum letzten Jahr in etwa gleich geblieben zu sein (etwa 6000, wobei jeder gezählt wurde, bei 3 tagen also bis zu drei Mal), was definitiv für die Nord-Con spricht – ich muß hier mal feststellen, daß es mir derzeit die liebste deutsche GroßCon ist, obwohl die Anreise nicht kurz ist, die Location ist zB der Stadthalle, die die FeenCon nutzt, definitiv überlegen (Geräuschpegel…!), und von der Verpflegung wollen wir mal gar nicht reden – für 4 Euro gabs zB ein Nackensteak vom Grill mit Brötchen und Kraut, oder einen großen Teller Chili con Carne, beides lecker und damit im mittleren Preissegment. Für „Notfälle“ gibt’s einen Penny-Markt in ein paar Hundert Metern Entfernung, und was die Getränke angeht – es gab einen Con-Becher mit Tee/Kaffe-Flatrate, ein Trend der sich immer mehr durchzusetzen scheint (und auch gerne angenommen wird).

Das Spielrundenangebot war reichlich bunt und ich habe es sogar als geradezu exotisch empfunden – natürlich gab es "Klassiker“ (DSA, Shadowrun, Call of Cthulhu…), aber was haben wir denn eigentlich gespielt? Ich habe selbst eine Runde Arcane Codex geleitet (die sofort rappelvoll war, und als wir schon spielten kamen noch mehr Interessenten), danach hatten wir einen (und nicht mal den einzigen!!!) Deadlands-SL verpflichten können, und schließlich gabs für uns noch zwei Runden Engel – bei zwei verschiedenen Spielleitern, na, war das exotisch genug? Ich habe im Vorbeigehen mitbekommen daß irgendwer auch PP&P angeboten hatte, es gab sogar AUSGESCHRIEBENE Paranoia-Runden (also mal un-spontan, wo gibt’s denn sowas?), kurzum, wer die Augen aufmachte, konnte sicherlich etwas finden, was ihm oder seiner Charaktermappe gelegen kam.

Fazit: Tolle Con, sehr zuvorkommende und hilfreiche Orga, breites Angebot an Programm, auch viele Spontanrunden – auf einer NordCon sitzt man einfach nicht rum, es sei denn man will es…

weitermachen!

Riesige Präsentations-Chance


RPC 2010

Auch dieses Jahr wieder lud die Enjoy Event Marketing GmbH nach Köln zur Role-Playing Convention. Zwar waren es diesmal nur zwei Tage – Samstag 10-20 Uhr und Sonntag 10-18 Uhr – während es voriges Jahr drei Tage gewesen waren, aber angesichts der für manche wohl enttäuschenden Ruhe (manche mochten auch von 'Leere' sprechen) am Freitag war dies nicht ganz unerwartet. Mir persönlich war der Freitag schon ganz gelegen gekommen, um an den klassisch überlaufeneren Ständen anzulaufen, aber es war auch dieses Jahr alles einigermaßen erreichbar.

Die relative Ruhe war allerdings wohl auch zwei anderen Tatsachen zuzuschreiben. Zum einen waren wie auch voríges Jahr die Gänge zwischen den Ständen relativ groß, so dass sich 'Essener Verhältnisse' kaum einstellen konnten. Zum anderen würde es mich auch nicht wundern, wenn einige potentielle Besucher aus größerer Entfernung beschlossen, statt mit der Bahn oder dem Auto zu fahren, lieber ganz zu Hause zu bleiben. Der Flugverkehr war an diesem Wochenende schließlich durch den Ausbruch des Eyjafjallajökull zum Erliegen gekommen.

Diese fehlende Fluganbindung machte sich auch auf den Ständen bemerkbar. So manch ein Gast aus, zum Beispiel, Hamburg oder Berlin, erreichte das Messegelände nur verspätet, da er/sie eigentlich mit dem Flugzeug hatte kommen wollen – gerade für schwerer beladene Workshop-Kandidaten und Co. war die Anreise mit der Bahn schon ziemlich unbequem. Andere verschoben ihre Workshops in den Sonntagvormitteg, um einigermaßen beizeiten wieder im Zug nach Hause sitzen zu können. Zum Beispiel tauschte dtp Publishing die Vorstellung des Drakensang-Add-ons und von Ergo Draconis 2 aus um der Zugsituation Rechnung zu tragen.

News – Drakensang

Beide Spiele sahen in den Demos schon sehr schön aus – und das Tuch wurde auch gehoben, was die Erweiterung der Schauplätze im Drakensang-Add-on betrifft. Wie bereits mehrfach vermutet, hat man auch Gelegenheit, sich ein wenig in Tie’Shianna um zu sehen. Das Add-on soll auch parallel mit einem laufenden Fluss der Zeit spielbar sein – das heisst, dass es Verknüpfungen gibt, um die Questen und Sidequesten aus Phileassons Geheimnis mit der Gruppe aus AFdZ zu spielen und zwischen den beiden Geschichten hin und her zu wechseln. Man kann also die auf dem Fluss liebgewonnenen Begleiter – Forgrimm, Cuanu, Ardo, Fayris/Jaakon – mitnehmen und mit ein, zwei (oder so) neuen Gruppenmitgliedern aus Foggwulfs Schar erweitern. Was man so sah war ziemlich ansprechend, und ich freue mich bereits auf das fertige Produkt.

dtp und ein Stand auf dem Mittelaltermarkt verkauften auch wie angekündigt 'Helles Ferdoker'. Zwar zu gepfefferten Preisen (4,50 Euro pro Flasche), aber schmecken tat das Bier schon. Und angesichts der kleinen Auflage, die nur sinnvoll produziert werden konnte, ist der Preis auch schon irgendwie verständlich. Es wurde davon gesprochen dass dtp sich überlege, eventuell die Produktion auszuweiten, wofür dann aber auch der Preis sinken müsste. Allzu groß wird die Produktion auch dann nicht werden können, so dass man dann wirklich extrem gut kalkulieren müsste, wie viel man nehmen kann… (Meine persönliche Meinung ist: wenn das so produziert werden kann, dass es für 1,50 Euronen zum Beispiel an Converanstalter verkauft werden kann, die es dann zu demselben Preis – oder auch mit kleinem Aufschlag für 2 Euri – auf Cons verkaufen, dürfte das wahrscheinlich sogar einigermaßen akzeptabel sin, was den Preis angeht. Das Bier selber ist ganz angenehm, und wirklich ein 'Helles' – der Hopfenanteil ist deutlich niedriger als bei einem Pils oder Export, was dem Geschmack eine eigene Note verleiht. Mich persönlich erinnerte der Geschmack an Bier, das ich in Ungarn in einer Brauereitaverne getrunken habe.

Neben dem Bier verkaufte dtp auch noch anderes Merchandizing, unter anderem Restbestände des Inrah-Spiels wie es bei der Personal Edition mitgeliefert wurde (ein Vergleichstest gegen das 'offizielle' Inrah-Deck von Ulisses kommt in den nächsten Tagen), T-Shirts mit dem Aufdruck 'Tavernenkönig‘, Ferdoker Bierkrüge, und so weiter. An einem Glücksrad konnte man auch – mit sehr viel Glück – einen MP3-Player gewinnen, der das Drakensang-Logo eingraviert und den Drakensang-Soundrack eingespeichert hatte. Von diesen wurden auch ein paar bei den Vorträgen verlost.

Zum Abschluss des Drakensang-Teils dieses Postings noch eins. Ulisses verkaufte vorab bereits einen Kampagnen-Hintergrundband zum Fluss der Zeit, mit dem man eine Kampagne vor dem Hintergrund leiten kann. Kein Lösungsbuch, und auch kein Abenteuer wie der 'Kult der goldenen Masken‘, sondern wirklich ein Hintergrundband! Auch diesmal vollfarbig, mit vielen Illustrationen aus dem Computerspiel.

News – andere

Ulisses zeigte auch das Einsteigerset zu Space:1889, das später in diesem Jahr erscheinen wird. Dieses Einsteigerset erinnert nicht nur in der Aufmachung an das von Hollow Earth Expeditions. Die neue Ausgabe von Space:1889 wird auch ein komplett anderes Regelset benutzen als frühere Ausgaben; man wird das Ubiquity-Regelwerk verwenden, das beispielsweise auch bei HEX verwendet wird. Auch soll demnächst der zweite Band zum John Sinclair Erzählspiel erscheinen, mit drei Abenteuern, und man konnte sich den Raumhafen Adamant einmal näher ansehen.

Das Science-Fiction-Rollenspiel Nova, das ich zum ersten Mal vor zwei Jahren in Münster auf der RPC gesehen habe, ist mittlerweile abgeschlossen und erschienen, und zwar in Zusammenarbeit mit Prometheus Games. Ein richtig schweres Regelwerk, das ganz nett aussah. 'Mal sehen, ob ich da mehr Material zu erhalten kann.

Pegasus Spiele hatte einige Neuheiten im Gepäck, von denen ich jetzt einmal beispielhaft die Würfelsets zu Shadowrun nennen möchte: Metalldosen mit 12 W6ern, bei denen auf den 5en und 6en neben der Ziffer auch das Shadowrun-Logo steht, während die 1 eine leere Fläche zeigt, so dass man mit einem Blick erkennen kann, wie das Ergebnis aussieht. Der Pegasus-eigene Preis von 9,95 Euro für das Set erscheint vielleicht auf den ersten Blick hoch, aber für perlmuttgeflämmte W6 zahlt man normalerweise auch schon einen Euro oder mehr, so dass ca. 83 Cent pro Würfel (wenn man die Dose als gratis rechnet) wahrlich nicht mehr so teuer wirken dürften…

Eine interessante Demo zeigte Soylent-Games in Zusammenarbeit mit Tellurian: ein Brettspiel, das noch dieses Jahr erschienen soll und das … nunja, man könnte es am besten beschreiben als Frag im Weltraum. Auf einem zweidimensionalen Hexfeld mit Asteroiden und Spawn-/Teleportpunkten spielen die Schiffe 'Lasertag'. Wer als ersten drei Mitspieler gefraggt hat, gewinnt, wobei zwar keine Waffen und sonstige Ausrüstung auf dem Spielfeld auftauchen, das aber über die Spielmechanismen für ein derart leichten und lockeren Spiel erstaunlich viel Vorplanung und raffinierte Tricks erlauben.

Erdenstern kündigte ihre nächste CD mit Rollenspiel-Hintergrundmusik an. Viele Fans wird wohl erfreuen, dass der Titel der neuen CD 'Into the White' sein wird – ein Titel, um den schon seit einiger Zeit auf dem Erdenstern-Forum gebeten wird…

Einer meiner besonderen Lieblinge ist ja bekanntlich Cthulhu (für das ich ja auch auf Rollenspiel-Conventions Support mache). Hier wurde noch einmal bestätigt, dass diesen Sommer noch ein Abenteuer zum neuerschienenen Innsmouth-Band erscheinen soll, sowie der erste Teil der 'Berge des Wahnsinns‘-Kampagne, die in Fankreisen einen beinahe eben großen Ruf genießt wie die Orient-Express-Kampagne. Außerdem hieß es, dass noch dieses Jahr zur Cthulhu-Con (die am selben Wochenende stattfindet wie die FeenCon) die sogenannte Cthulhu-Jahreskampagne starten soll, eine Reihe von fünf inhaltlich zusammenhängenden, aber unabhängig spielbaren Abenteuern in Arkham, New York, Hamburg, Berlin und Wien – zu Arkham und Berlin gibt es ja bereits Hintergrundmaterial, Wien soll noch dieses Jahr erscheinen, das gleiche gilt für die Übersetzung des New-York-Bandes. Und Hamburg – da kann man zumindest zur Zeit noch versuchen, die Cthulhuide Welten 8 aufzutreiben, in denen einige Artikel zu Hamburg in den '20ern stehen. Es wird einen 'Ausweis' geben, in denen man sich die Teilnahme an den Einzelabenteuern quittieren lassen kann. Außerdem soll sich mit den Abenteuern insgesamt ein größeres Bild ergeben, das in den Einzelabenteuern nicht sichtbar wird, so dass man die Abenteuer ohne weiteres in beliebiger Reihenfolge spielen kann.

Die Messe

Wie auch letztes Jahr teilte die Con sich auf über zwei Hallen: eine mit Computerspielen, die andere mit P&P, CoSim, LARP und so weiter. Glücklicherweise war schönes Wetter, weil im (stark erweiterten) Außengelände eine ganze Menge 'Viktualienstände' zu finden waren, Bühnen mit Musik, ein Mittelaltermarkt etc.

Die Preise der Stände, wo es etwas zu essen oder zu trinken gab, waren… ich glaube, 'Messepreise' ist deutlich, ohne dass ich meiner Meinung auf eine Art und Weise Luft machen müsste, die zu rechtlichen Problemen führen würde. Das Preisniveau lag gefühlt nur minimal unter dem vom vorigen Jahr, aber vielleicht war das auch nur das Ergebnis der allgemeinen Inflation im Alltagsleben. Außer dem Ferdoker Hellen (wegen des Sammlereffekts) beschränkte mein Interesse an den auf der Börse angebotenen Lebensmitteln auf einen Blick aufs Preisschild und ein schauderndes Abwenden.

Auch die Eintrittspreise waren wie auch voriges Jahr ziemlich hoch. Im Vorfeld angemeldete Spielleiter für Rollenspielrunden erhielten allerdings freien Eintritt, was für diese oftmals die einzige Möglichkeit war, hineinzukommen. Der Parkplatz (die 'freien' Parkplätze vor dem Messeeingang, die voriges Jahr etwa halb so viel kosteten, waren geschlossen) war mit 8 Euro/Tag deutlich teurer als der in Essen zur Spiel, hatte aber ein Vielfaches an Personal aufzubieten (Essen: idR zwei, drei Mitarbeiter auf einem Parkplatz der Kölner Größe, während in Köln rund 10 Anweiser, Kassierer, Ordner, Aufsichten etc. beschäftigt waren). Man wurde nicht auf den Parkplatz geschickt, wo man sich seinen Stellplatz hätte suchen müssen: man wurde bis in die spezielle Parklücke durchgewunken, was eine Menge Verärgerung verhinderte.

Man hatte wohl vom vorigen Jahr gelernt, was die Platzierung der Seminarräume anging: statt im Gang zwischen PC- und P&P-Halle (wo im Vorjahr der Lärm, aus der PC-Halle doch recht störend gewirkt hatte) befanden die Abtrennungen für die Seminarräume sich dieses Mal in der P&P-Halle, was dem Lärmniveau doch sehr zugute kam. Es gab zwar noch immer eine gewisse Menge Hintergrundgeräusch, aber das war dieses Mal erträglich. Auch der Ansager für Lesungen, der bei Seitenbacher in die Lehre gegangen zu sein schien (‚In Leseraum 2 liest Hansi Müller aus seinem Buch Ich und Du. Hansi Müller liest aus seinem Buch Ich und Du in Leseraum 2. Aus seinem Buch Ich und Du liest in Leseraum 2 Hansi Müller' als eine Ansage) war dieses Jahr nicht zu hören.

A propos Lärm: am Samstag bin ich zwei, dreimal kurz durch die PC-Halle gegangen, und wurde vom Lärm fast erschlagen – er erschien mir heftiger als im Vorjahr. Mein Verdacht, dass mein voranschreitendes Alter dafür verantwortlich sein könnte, wurde am Sonntag allerdings erschüttert, als ich eine dreiviertel Stunde am Stück zu einem Vortrag auf der Bühne von buffed.de in der PC-Halle war, und es – auch verglichen mit Samstag – überraschend ruhig war.

Ein wenig hatte man dieses Jahr auch das Gefühl, dass der (sicherlich auch so gewollte) Synergie-Effekt zwischen P&P- und Computer-Rollenspiel dieses Jahr stärker ausgeprägt war als 2009. Man sah jedenfalls mehr Leute, die rein optisch eher in der anderen halle zuhause schienen, durch die Gänge schlendern und sich für das 'andere' Hobby interessieren. Dieser Crossover-Effekt ist meiner Meinung nach immer noch das stärkste Argument für die RPC: wo sonst erhält der Computer-Spieler eine so gute Chance, sich ins P&P vorzutasten und umgekehrt?

Grundsätzlich war die Orga hervorragend aufgestellt, die größten gemerkten Stolperdrähte waren externe Einflüsse, die man nicht beeinflussen oder vorhersehen konnte (Eyjafjallajökull…). Wer es sich finanziell leisten kann (und über die 'Freikarten für Spielleiter‘-Aktion gibt es auch Optionen für die, die es finanziell nicht können), sollte sie nächstes Jahr auf jeden Fall nicht verpassen.

Ausgeschlafen


Morpheus 2010

Ich weiss, es gibt noch ein paar Cons vom letzten Jahr, die eine Besprechung verdient haben. Und die werden auch noch kommen – rechtzeitig für jeden, der sich überlegt, ob es sich dieses Jahr lohnt, dorthin zu fahren. Vom letzten Morpheus habe ich aber bereits alle Informationen, die ich benötige, während ich von anderen noch auf Informationen warte.

Jedes Jahr am ersten bzw. zweiten Januarwochenende findet die 'Eröffnung' des Conjahres in Herne, im Jugendzentrum Burg statt. in diesem haus finden sich Rollenspieler ein, die sich nicht vor Eis und Schnee bange machen lassen. Und dieses Jahr (8. bis 10. Januar) war ja mit Daisy ein ausgewachsener Schneesturm angekündigt, der einige Besucher davon Abstand nehmen ließ, den Weg nach Herne auf sich zu nehmen.

Einer dieser vermissten Besucher war dann auch Sabine Weiss. Nein, nicht Sabine Weiss, sondern Sabine Weiss, der die Reise durch das Münsterland beim angekündigten Schneechaos wohl zu unsicher erschien. Aber auch einige andere 'Regulars' wurden vermisst, denen die Aussichten wohl nicht rosig genug gewesen waren.

Im, Nachhinein muss man sagen, dass die Medien (wieder einmal) im voraus aus einer Mücke einen Elefanten gemacht zu haben schienen. Obwohl es am Samstag nahezu ununterbrochen schneite, musste ich am Sonntag nicht mehr als zehn Zentimeter Schnee vom Wagen schieben, bevor ich losfahren konnte. OK, während ich diese zehn Zentimeter ausnahmsweise vertikal messen konnte (normalerweise werden Schneemengen da, wo ich wohne, eher horizontal gemessen, damit man überhaupt etwas messen kann…), war es doch im Endeffekt recht harmlos. Wenn man das vorher hätte wissen können.

Trotzdem ließen viele Besucher es sich nicht nehmen, Petrus und seinen Schergen im DWD zu trotzen – auch wenn die Morpheus-Leute traditionell nicht genau wissen, wie viele Gääste sie hatten (weil sie auch keinen Eintritt nehmen), schien der Con mir zumindest nicht schlechter besucht als in den letzten Jahren.

Auch das Spielrundenangebot war überraschend groß und vielfältig – von Savage Worlds über Cthulhu, DSA und Shadowrun bis hin zu Private Eye waren Runden für jeden Geschmack zu finden. Supporter alle wichtigen Verlage (Pegasus, Prometheus, Ulisses…), ja sogar Spielrundenangebote der Redaktion Phantastik waren zu finden – und fanden ihre Runden meist ziemlich schnell voll. Und auch die 'privaten' Angebote waren sehr zahlreich und gut. Neben meinen fast schon traditionellen Nachtrunden kam ich tatsächlich dazu, selber zu spielen: am Samstag eine DSA-Runde, die um ein Haar von zwei Schelmen geplagt worden wäre (ein Spieler entschied sich für etwas anderes), und am Sonntag ein 'neues' Private-Eye-Abenteuer, das auch in dem neuen Einsteiger-Regelwerk gratis verteilt wird. Ein nettes, geradliniges Abenteuer, das dennoch zu gefallen wusste…

Neben dem Verkaufsstand der Redaktion Phantastik (die neben ihren eigenen Produkten vor allem Fanprodukte wie Dausend Dode Drolle usw. anbieten) war ein Stand vom Highlander alle drei Tage offen, an dem man die Reste des Weihnachtsgeldes in Rollenspielmaterial umsetzen konnte.

Die Gildenküche war natürlich auch wieder aktiv, und hatte ein bekannt gutes und günstiges Sortiment, mit als Highlights eine Lauchsuppe, einen Lauch-Kartoffel-Auflauf und die Morpheus-Klassiker mit den Bartkartoffeln (die man sich nicht entgehen lassen sollte) und Waffeln. Angenehme Überraschung war, dass die letztes Jahr bereits freitags ausverkaufte Cherry Cola diesmal deurlich länger vorhielt.

Das später dann notwendige Entsorgen der Produkte der Gildenküche konnte dieses Jahr auch in etwas angenehmerer Atmosphäre stattfinden: im letzten Jahr war die Heizung repariert worden, so dass auch die Herrentoilette besuchbar war ohne dass man halb erfror. Auch was die Sauberkeit angeht, gab es keinen Anlaß zu Klagen, angesichts der Besuchermenge.

Zusammengefasst: Der Morpheus ist der Beginn des Conjahres (auch wenn manche ihn eher als Abschluss des Vorjahres sehen wollen), und man sollte ihn, wenn möglich, nicht verpassenh.

Veranstaltung

Morpheus

Ort

Spielezentrum Herne

Eintritt

frei

Teilnehmer

ca. 300

Dauer

Freitagabend – Sonntagabend

Geschichten vom Grill

Pfingst-Pogo 2009

… und vom Tentakel. Manche Cons sind schon etwas ganz besonderes – sei es, weil sie ein ganz spezielles Publikum anziehen, sei es, weil man jedes Mal aufs neue überrascht wird.

Der Pogo fällt auf jeden Fall unter die letzte Kategorie, wenn auch in positivem Rahmen. Zweimal im Jahr – zu Pfingsten und Anfang Dezember – findet der 'Kuschelcon' im Jugendheim Pogo in Pulheim bei Köln statt, und zieht ein recht interessant gemischtes Publikum an. Dieses Jahr war zu Pfingsten so einiges neu und anders als in den letzten Jahren, was (zum Glück) auch beizeiten nach außen kommuniziert wurde. Das Ergebnis: das erste Mal seit langem waren wieder mehr Besucher anwesend – statt knapp über 50 wie die letzten Male sprechen die Veranstalter von fast 75. Man merkte gut, dass mehr Leute da waren, aber das Jugendheim bietet ohne weiteres noch einer ganze´n Menge mehr Besuchern Platz.

Einer der Gründe für den ungewohnt hohen Besucheranteil war ein Experiment der Veranstalter: man hatte für tagsüber ein 'Mini-LARP' organisiert. Zwar gab es oprganisatorische Probleme mit den ursprünglich angesprochenen LASP-Partnern, aber man hat dann doch einen Partner gefunden, der Latex-Waffen und Kostüme mitbringen konnte (m.W. wurden auch Kostüme aus dem Fundus der Orga mit verwendet), und auf dem großen Grundstück des Pogo war eine Menge los. Auch eine Bardin sang, ich meine, eine Wahrsagerin gesehen zu haben, und so weiter. Die Teilnehmer klangen auf jeden Fall begeistert.

Da machte es dann auch nichts, dass der normalerweise zur Pogo veranstaltete Vampire-Nacht-LARP ausfiel. Glücklicherweise war wohl niemand "auf gut Glück“ zum Pogo gekommen, mir sind jedenfalls keine Nachfragen bekannt geworden.

Aber der Pogo ist ja immer noch in erster Linie ein Rollenspiel-Con, und auch hier war zum Pfingsttermin eine Menge los. Vor allem tentakelig wurde es: bei gut einem Dutzend Spielrunden war eine Shadowrun-Runde (gehalten von einem SR-Supporter), eine DSA-Runde, ein Horror-‚Homebrew' … und der Rest wurde von Cthulhu-Runden in den verschiedensten Variationen ausgefüllt. Es waren vier Cthulhu-Supporter anwesend, und das war beileibe nicht zu viel. Cthulhu Classic (1920er), Now!, Katzulhu… alles mögliche wurde angeboten und euch gerne angenommen.

Ein Beispiel, das deutlich macht, wie gefragt ausgerechnet Cthulhu war: ich bin ja selber auch Supporter, hatte aber meine Nachtrunde ausfallen lassen, weil a) die Runde, die ich früher am Tag angefangen hatte, viel länger dauerte als erwartet und b) zu dem Zeitpunkt alle Spieler, die noch wach waren, in Runden saßen. Ich dachte also schon, dass ich wohl keine Runde leiten würde. Da wurde ich sonntagsmorgens – während bereits drei Cthulhu-Runden und der Horror-Homebrew liefen – angesprochen, ob ich nicht noch eine Runde anbieten wolle, weil da noch Leute wären, die gerne Cthulhu spielen würden… Zu Pfingsten war der Pogo damit fest in Cthultisten-Hand.

Die Küche, bekannt gut und günstig, wurde durch den großen Ansturm auch ein wenig überrascht, die Vorräte waren ziemlich knapp,aber gerade eben ausreichend.Hier gab es nichts zu klagen. Außerdem gibt es beim Pogo ja auch immer den Grill auf dem Freigelände, der dieses Mal auch besser organisiert war. Man scheint also einen gangbaren Kompromiss gefunden zu haben.

Und auch die Toiletten, die letzten Winter ein wenig … zweifelhaft … waren, waren zu Pfingsten wieder besser unterhalten. Es gab also keinen Grund für Klagen.

Man darf also erwarten, dass der kommende WinterPogo – der zufälligerweise am ächsten Wochenende stattfindet – ähnlich attraktiv wird. Das Mini-Fantasy-LARP ist jedenfalls wieder geplant (und das Vampie-LARP wird wohl wieder nicht stattfinden). Außerdem feiert einer der Besucher an diesem Wochenende seinen geburtstag, was wohl ebenfalls zu zusätzlichen Besuchern führen wird – es haben sich jedenfalls Besucher angemeldet, die eine ziemliche Reise machen müssen. Auch wird es wohl dieses Mal wieder eine etwas breitere Auswahl an Spielrunden geben: neben den SR- und Cthulhu-Supportern hat sich auch ein Pegasus-Brett-und-Kartenspiel-Supporter angekündigt, es heisst, Midgard-Support sei da, es soll u.a. auch eine Deadlands-Classic- und eine PE-Runde geben, und so weiter.

Ein Besuch bei der Pogo lohnt also immer.

Veranstaltung

PfingstPogo

Ort

Köln-Pulheim, Jugendheim Pogo

Eintritt ein Tag / beide Tage

3 € / 5 €

Teilnehmer

ca. 75

Dauer

Samstagvormittag – Sonntagabend