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Scharf

KlingenCon 27

Seit der Jubiläumsausgabe 25 ist der KlingenCon, in Remscheid-Lennep, einer der (wenigen) Cons, die keinen Eintritt nehmen. Dies ist natürlich für viele auch ein Grund, eine etwas weitere Anreise in Kauf zu nehmen, um – dieses Mal Ende November, wegend es Feiertages war das 'übliche' Wochenende Anfang November nicht möglich – hier das Con-Jahr ausklingen zu lassen, auch wenn noch andere Cons folgen, wie der WinterPogo.

Im ehemaligen Schwimmbad und jetzigen Jugendzentrum "Die Welle“ fanden sich auch dieses Jahr wieder geschätzt 150-180 Spieler ein um ein Wochenende zu spielen. Seit der Con keinen Eintritt mehr erhebt, ist laut Veranstaltern auch wieder ein deutlicher Besucherzuwachs bei den Rollenspielern festzustellen. Wie üblich auf dem KlingenCon gab es mehrere große Tabletop-Wettbewerbe, die nicht nur den Hauptraum (das ehemalige Becken), sondern auch noch einen Seitenraum in Beschlag nahmen.

Es gab insgesamt drei Tabletop-Turniere, von denen das abendliche BattleTech-Turnier mit sechs Teilnehmern das kleinste war. Hier gab es einen Tonnagesieg, da nach drei Matches Stephan "Imp“ Riesener und Tim "Tim“ Brandenburger in Punkten gleichauf lagen; der Sieg ging durch die vernichtete Mehrtonnage an ersteren.

Beim BloodBowl, das in sechs Runden von 26 Teilnehmern ausgespielt wurde, landeten die New Berlin Patriots – kein Amerikaner- sondern ein Waldelfen-Team – von Martin Lorenz ganz oben auf dem Treppchen.

Beim Warhammer-Turnier mit 32 Teilnehmern standen schließlich nach fünf Runden die Dunkelelfen von Alexander Kieslich ganz vorne. Auch von hier aus allen Siegern noch einmal Glückwünsche.

Die übrigen Besucher verteilten sich auf die Spieltische, die ansonsten im Hause aufgestellt waren, wo insgesamt mehr als 25 Spielrunden stattfanden. Von den 15 vorangemeldeten Runden fanden lt. Veranstaltern allerdings nur ca. 10 tatsächlich statt, die Gesamtzahl wurde durch spontan angesetzte Runden aufgefüllt. Teilweise dauerten diese Runden auch das ganze Wochenende, was bei der KlingenCon keine Seltenheit ist.

Es waren Supporter von Pegasus (Shadowrun und Cthulhu), Midgard und DSA da, die das Publikum unterhielten – wenn noch andere Supporter anwesend waren, sind sie mir leider nicht aufgefallen. Außerdem war ein Verkaufsstand von Tellurian Games anwesend, wo man den eingesparten eintritt (und mehr) in Spielzubehör und Spiele eintauschen konnte.

Als 'übliche Highlights' der KlingenCon dürfen wohl die Trash-Tombola und die DVD-Trash-Tombola gelten, wobei letztere wohl bei der nächsten Ausgabe nicht neu aufgelegt werden wird, da das Interesse deutlich nachgelassen hatte. Völlig einschlafen lassen will man die DVD-Tombola (man bringt eigene DVDs mit, für jede erhält man ein Los in der entsprechenden Alterklasse und eine DVD aus dem Tombolabestand) wohl nicht, aber eben nicht jedes Mal anbieten. Bei der Trash-Tombola gab es (aufgrund der milden Spende eines Gastes) dann auch wieder vier Xena-Spiele zu gewinnen, von denen eines wieder beim Spender landete. Außerdem gab es wieder einen 'Sammel-Würfelbecher'.

Die Küche, bekannt für ihr Chili, hatte dieses Mal – so hieß es – ein noch einmal wesentlich milderes Chili gekocht als im Frühjahr, aber mehr scharfe Saucen zur Auswahl hinzugestellt, damit jeder seine eigene Schärfe einstellen konnte. Leider war dieses Mal allerdings der Run auf das Chili unerwartet groß, so dass keine rund-um-die-Uhr-Versorgung möglich war. Ich kann daher nur aus den kommentaren anderer Besucher schließen, dass das Chili sehr gut war. Auch die übrige Verpflegung war gut und preislich akzeptabel.

Die Toiletten – auf der KlingenCon immer gut versteckt – waren akzeptabel, allerdings war eine der Toiletten wegen Defekt gesperrt. So habe ich aber immerhin herausgefunden, dass es noch einen weiteren Satz Toiletten – vom Tabletop-Raum aus Richtung "Garten“ abgehend – gibt, der mir bislang noch nie aufgefallen war, auch weil tagsüber die Tabletopper tendentiell den Weg dorthin versperren.

Interessanterweise waren die Parkplätze in der Nähe der Welle am Samstag tagsüber ziemlich gut geüllt, so dass man doch den 'großen Parkplatz' in einiger Entfernung aufsuchen musste, was angesichts der Kälte weniger angenehm war. (Es war so kalt, dass Cola, die die Nacht im Wagen gelegen hatte, beim Öffnen der Flasche morgens spontan gefror…). Man konnte die Wagen dann aber nachts näher an das Jugendzentrum heran holen, wenn man der Kälte trotzte. Die Kälte war im Haus nicht zu spüren – anders als beim Jubiläumscon im November 2007 war sogar der große Tabletop-Raum gut beheizt.

Die KlingenCon ist wohl auch in diesem jahr wieder eine Reise wert, der 'besondere Sponsor' der Trash-Tombola wird dieses Mal dann Japan sein.

Veranstaltung

KlingenCon 27

Ort

Jugendzentrum Die Welle, Remscheid-Lennep

Eintritt

gratis

Teilnehmer

ca. 175

Dauer

Sa. 10 – So. 18 Uhr

Scharf


KlingenCon 26

Einer der älteren Cons in Deutschland ist der KlingenCon, der zweimal jährlich in Remscheid-Lennep im Jugendzentrum "Die Welle“ gehalten wird. Die Welle ist ein ehemaliges Hallenbad, wovon man aber nichts mehr merkt.

Es war ein "kurzer“ Con – er war eine Stunde kürzer als üblich. Das lag allerdings nicht an besonderen Öffnungszeiten, denn die waren wie immer Samstagmorgen 10 bis Sonntagabend 18 Uhr. Aber es war die Nacht, in der die Uhren von der Normal- auf die Sommerzeit umgestellt wurden, so dass die Nacht eine Stunde kürzer war. (Diese Stunde wurde übrigens in einem Abenteuer auf der Con auch thematisiert ;-) )

Für den 26. KlingenCon hatte man aber nicht nur wegen der Stunde Kürzung ein ungünstiges Wochenende ausgesucht: es war Con-Großkampftag. Es waren für das Wochenende gemeldet:

  • die Namenlosen Tage in Syke
  • der Conventus Leonis in Braunschweig
  • die HSpielt in Hannover
  • die MitSpielen in Münster
  • der KlingenCon in Remscheid-Lennep
  • der DraCon in Mainzder TurocCon in Tuttlingen
  • die Vienna Fantasy Gaming Convention in Wien

Unter den Rollenspiel-Cons (und nicht nur den o.g.) hat der KlingenCon sicher eine Sonderstellung weil relativ zur Congröße sehr viele Tabletopper zu den traditionellen Turnieren kommen, womit der Con eine respektabele Größe erhält. Der Hauptraum wird vollständig von Tabletop-Tischen eingenommen, außerdem wird in einem Seitenraume üblicherweise ein BloodBowl-Turnier gehalten. Dennoch sieht der Con sich in erster Linie als Rollenspiel-Con.

Parkplatzprobleme bigt es in Remscheid üblicherweise wenige, höchstens bei Coneröffnung sind die Parkplätze in der Nähe des Jugendzentrums gut gefüllt, da samstags in Lennep Markt ist. Aber wpätestens wenn der Markt sich auflöst, werden viele Parkplätze frei, was auch daran liegen mag, dass Lennep zwar als Röntgen-Stadt bekannt ist und auch das Röntgen-Museum beherbergt, aber ansonsten nur wenige Touristen anzieht.

Abends scheinen sowieso in Lennep die Bürgersteige hochgeklappt zu werden ­- mir fiel auf, dass samstagabends ein Griechisches Restaurant in bester Lage geschlossen war! Auch ansonsten war in der Stadt abends nicht mehr viel los, kein Wunder, dass die einzige Dönerbude, die ich finden konnte, Schilder hattre, dass man zum 31. März ins nahegelegene Wuppertal umziehe – und ebenfalls geschlossen war.

Glücklicherweise konnten die Veranstalter aber mit einer brauchbaren eigenen Küche dienen – das Klingen-Chili ist eigentlich für seine Schärfe berüchtigt. Dieses Mal hatte man aber ein Herz für empfindlichere Speiseröhren, und stellte ein Basis-Chili her, das relativ harmlos war – würzig, aber nicht tödlich. Dafür standen dann vier Saucen zum Nachwürzen bereit, mit denen man den Effekt von "Ich schmecke ein würziges Chili“ über "Scharf“ und "Hui, iffdaffarf“ bis zu "Ich schmecke nichts mehr, das hat mir die Geschmacksknospen weggeätzt“ einstellen konnte. Mit den schärfsten Saucen konnte man auch einem Texaner die Tränen in die Augen treiben.

Die Preise waren absolut rollenspieler-, studenten- und schülerferundlich. Der niedrige Eintrittspreis – nach dem Erfolg zum Jubiläums-Con im November hatte man berschlossen, den Eintritt weiterhin gratis zu belassen – half hierbei.

Die Tische standen weit genug auseinander, dass man sich idR nicht gegenseitig belästigte, und die Stühle waren stabil (für mich immer ein Pluspunkt). Auch das Summen, das tagsüber von den Tabletop-Tischen unten auf die umlaufende Empore drang, hielt sich mehr als in Grenzen; nachts waren die tabletopper sowieso nicht da. Außerdem waren noch ein paar Räume mit ein bis vier Tischen verfügbar für weitere Rollenspielrunden. Als weitere Attraktion gab es noch einen Verkaufstisch von Tellurian, sowie je einen Supporter von Ulisses (DSA) und von Pegasus (Cthulhu).

Und dann waren die zwei Tombolas: die DVD- und die berühmte Trash-Tombola. Bei der DVD-Tombola bringt man DVDs mit, die man loswerden will, und erhält im Gegenzug andere DVDs derselben FSK-Klasse. Neben seltenen Schätzchen gab es hier auch eine Menge Schund zu "gewinnen“, wie sich das gehört.

Die Trash-Tombola bot dahingegen auch eine überraschende Menge schöner Preise. Die Sponsorfen hatten sich nicht lumpen gelassen, und so gab es u.a. ein Elyrion-Hardcover, ein Don Peperoni von Pegasus und noch vieles mehr zu gewinnen. Allerdings wurden auch diesmal wieder die Fans von Xena enttäuscht: die Vorräte scheinen ganz allgemein zu Ende zu gehen.

Das Spielrundenangebot machte eine interessante Wende durch, die ich so extrem noch nie gesehen habe: zunächst gab es kaum Spielleiter, und viele Leute wurden angesprochen, ob sie nicht etwas leiten wollten. Nach kurzer Zeit gab es dann aber plötzlich fast schon zu viele Spielleiter – so durfte dann u.a. eine Gruppe von zwei Feen (und nichts sonst) in Arcane Codex das Geheimnis um Bad Einen lösen. Schwankungen im Verhältnis Spieler:Spielleiter kenne ich ja, hier war es aber extrem.

Stühle und Tische waren in ausreichenden Mengen bereitgestellt worden, und standen auch in vernünftigen Rundengrößen um die Tische – das hat man auf anderen Cons schon ganz anders gesehen. Für Notebooks – und davon waren hier eine Menge zu sehen – waren ausreichend Steckdosen vorhanden, die man sich teilweise zwar mit der Beleuchtung der Tabletop-Tische teilen musste, was aber kein Problem darstellte.

Die Toiletten waren zwar sauber und in ausreichender Menge vorhanden, aber die Haupttoiletten waren schwer zu finden: in der Nische vor der Toilettentüre standen Stühle gestapelt, und wenn man nicht auf dem Con-Plan nachgesehen hatte, ging man achtlos an der Nische vorbei. Außerdem saßen hier häufig Congänger in Gesprächsrunden. Das war nicht zu vermeiden, immerhin standen die Stühle scheinbar motivationslos in der Gegend, aber es versperrte den Weg leider doch.

In den Seitenräumen konnte man auch schlafen, wenn man Schlafsack / Isomatte mitgebracht hatte und die Runden beendet waren. Aufgrund des Rauchverbotes in öffentlichen Einrichtungen in NRW waren diese Zimmer sogar als Schlafstätten brauchbar.

Der KlingenCon ist es jeden Fall einen Besuch wert.

Veranstaltung

KlingenCon 26

Ort

Jugendzentrum Die Welle, Remscheid-Lennep

Eintritt

gratis

Teilnehmer

ca. 150

Dauer

Sa. 10 – So. 18 Uhr (32 Std.)