Tag Archiv für Rollenspiel

Was lang sich wehrt wird endlich Blut…

Arcane Codex – Drakia

Drakia-Cover

Kann ich das jetzt so einfach sagen…? Ich habe den Eindruck, kein Quellenband irgendeines deutschsprachigen Rollenspiels ist so lange so dringlich erwartet worden wie dieser hier. Drakia. Mittlerweile ist Arcane Codex in der 3rd Edition angekommen, und dann endlich… ich habe es selbst kaum glauben können, denn es hatte schon Routine… man kommt zum Stand von Nackter Stahl, spricht ein wenig mit Saskia über Neuheiten, und die fast obligatorische Frage „Drakia?“ bekam immer ein „Ja, wir arbeiten dran, es ist in der Mache…“. Wir reden hier von Jahren, eigentlich Jahrzehnten. Sehr schwere Geburt, hm?

Aber das Warten hat verdammt noch mal GELOHNT. Ich habe es ja selbst kaum glauben können, da auf der letzten Spiel „Drakia“ auf der Liste der Neuheiten zu sehen. Was also steckt in den 268 Seiten, die die Arcane Codex Spielerschaft schon seit einer gefühlten Ewigkeit unbedingt haben wollte?

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R. I. P. Lee Garvin

22. September 1968 † 29. Juni 2019

Letztes mir bekanntes Foto von Lee, mit dem Kartenspiel neben ihm, von seinem Facebook-Account
Lee Garvin 1968-2019

Mit Bestürzung habe ich heute die Nachricht erhalten, dass Lee Garvin gestern verstorben ist. Lee war ein Autor von Rollenspielmodulen und Spieleautor, wenn seine Gesundheit, die in den letzten Jahren – vermutlich auch als Folge seines Dienstes im amerikanischen Militär – schon ziemlich angeknackst war.

Aus seiner Feder stammte unter anderem Horrors o‘ the Weird West für Deadlands und Mightier Than the Sword für 7te See.Sicherlich das bekannteste seiner Werke aber dürfte Tales From the Floating Vagabond gewesen sein, ein humoristisches Rollenspiel, das 1991 bei Avalon Hill erschien. Nachdem AH von der Szene verschwand, war es auch lange Zeit still um den Fliegenden Vagabunden – bis Lee schließlich im Jahr 2013 die Rechte zurückerhielt und versuchte, das System über ein Crowdfunding bei Kickstarter wiederzubeleben
.
Dieses Projekt scheint jedoch unter keinem guten Stern gestanden zu haben: kurz nachdem die Finanzierungsrunde im September 2013 abgeschlossen war und als Lee gerade angefangen hatte, das Regelwerk zu überarbeiten, entwickelte er eine ernsthafte Lungenentzündung und musste sogar zur Behandlung in ein künstliches Koma versetzt werden.

Die Folgen der hierdurch erzwungenen langen Untätigkeit (vor allem körperliche Folgen wie Muskelschwund und ähnlichem) verfolgten ihn viele Jahre noch; außerdem muss man bedenken, dass in den USA ein Krankenhausaufenthalt immer eine finanzielle Katastrophe darstelllt. Trotz verschiedener Aktionen seiner Freunde und Familie (unter anderem ein Gofundme-Projekt) war der ökonomische Rückschlag enorm: es kam sogar so weit, dass er wochenlang obdachlos war und in seinem Wagen übernachten musste. Erst nach längerem Kampf konnte er dann die VA (Veteranenaaministration, eine Unterstützungsbehörde des amerikanischen Staates für ehemalige Soldaten) dazu bringen, ihn zu unterstützen.

Die letzte größere Unterstützungsaktion seiner Freunde bestand in der Herausgabe des Kartenspiels Killing Lee Garvin; der Reingewinn aus dem Kickstarter-Projekt wurde ihm zur Verfügung gestellt. So konnte er kurz vor den kältesten Tagen des letzten Winters wieder eine Wohnung beziehen, und es sah so aus, als hätte sich endlich sein beinahe schon sprichwörtliches Pech gewendet. Die Fertigstellung dieses Spiels jedoch – dass er mit seinem ihm eigenen schwarzen Humor gutgeheißen hatte – war das letzte, was er wohl als Erfolgserlebnis erleben durfte.

Am Morgen des 29. Juni klagte er laut einer Meldung von Greg Porterzum Kickstarter des Kartenspiels über Schmerzen im Brustbereich und Atemnot. Er ging zwar noch ins Krankenhaus, aber es war wohl schon zu spät.

Unser Mitgefühl gilt allen Freunden Lee Garvins und auch seiner Familie.

SL werden ist nicht schwer…

Des Kobolds Handbuch der Spielleitung und Des Kobolds Handbuch für Plots und Kampagnen

Erstverkaufstag

…denn dazu reicht es doch, sich an einen Tisch zu setzen und ein paar Freunde einzuladen, oder auch eine Runde auf einer Convention auszuhängen (das ist dann wohl Level 2), oder…?

Ja, einige denken sicher so. Vermutlich haben wir „alte Hasen“ das auch schon mal gedacht. So – in meinem Fall – vor gut 34 Jahren… was, so alt ist Rollenspiel schon? Ja, ist es, sogar älter, es ist im Prinzip so alt wie ich, und „in Deutsch“ deckt sich meine Timeline in etwa mit der, ich bin „deutsches Rollenspiel-Urgestein“, sozusagen. Und ja, auch bei mir gab’s mal Dungeoncrawls, Slaughterhouses, Monty-Hauls und was nicht alles, aber – aus heutiger Sicht – zum Glück nicht allzu lange.

Ja. Spielleiter quasi von der „ersten Stunde“ an, wobei ich das Glück hatte, in meiner Schulklasse eine recht „nerdige“ Freundesgruppe zu haben… 7 Leute, wovon 4 im Wechsel leiteten, sogar 2 Systeme (DSA und D&D), und es war sogar ein Mädchen dabei, wow, das war seinerzeit „Exotenbonus“…

Davon sind wir mittlerweile seeeehr weit entfernt. Die Rollenspielszene hat sich gewandelt, und das mehrfach, teilweise, weil es auch die Gesellschaft getan hat. Das Hobby ist zwar noch „nerdig“, aber nicht mehr so extrem wie es mal war; gerade die deutsche Szene hat sich von der amerikanischen wegbewegt, und – hey, die „Amis“ haben sogar was gelernt. Aber eins ist nach wie vor so wie es immer war – Spielleiten ist Arbeit, egal ob Oneshots oder Kampagnen, und die Erwartungshaltung der Spieler ist auch nicht gerade geringer geworden.

Warum schreibe ich das… nun… ich habe mir die letzten Tage die PDFs der beiden oben genannten „Kobolds Handbücher“ durchgelesen. Kobold? Nein, kein Staubsauger. Von denen gibt es mittlerweile ein paar mehr, und auf Deutsch gibt es sie jetzt bei Ulisses, und diese beiden just jetzt, wo ihr das hier lesen könnt, gerade pünktlich zur CCXP.

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Ulisses auf der CCXP

Produktübersicht

Erstverkaufstag

In den letzten Jahren war die RPC bekanntlich ein Publikums­magnet im Bereich Rollen­spiel, Comic, Computer­spiel und LARP. In diesem Jahr wird sie ersetzt – und geht auf – in Form der CCXP Cologne. Gerne wäre ich dorthin gekommen, habe aber keine Mitfahr­gelegenheit finden können, obwohl ich auf mehreren Online-Foren nach einer solchen gefragt habe. :( Und mit meiner Behinderung sind öffentliche Verkehrsmittel zur Zeit für mich nicht nutzbar, die Wege sind ganz einfach zu weit.

Ob es wirklich so ein großer Verlust ist, wird sich noch herausstellen müssen: einige der ganz großen Verlage, die auf der RPC noch regelmäßig zu finden waren, sind dieses Jahr nicht in Köln zu sehen, allen voran Pegasus. Uhrwerk wird trotzder derzeitigen finanziellen Situation wohl dort sein, und auch Navckter Stashl soll einen Stand dort haben, hörte ich.. Von Ulisses habe ich, wie mir Michael Mingers vorigen Mittwoch auch im Twitch-Stream (TW) versprach (YT), letzten Freitag insgesamt elf neue Produkte als PDF erhalten, die auf der CCXP erstmals erhältlich sein sollen.

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Die Eule ist tot, es lebe der Niederrhein!

Umfirmierung der EulenCon

Vielleicht war es dem einen oder anderen meiner Leser entgangen, aber vor etwa einem halben Jahr war zu hören, dass die in Deutschland im Schwinden begriffene Conlandschaft um eine neue Con erweitert werden sollte. Der Uhrwerk-Verlag – Veranstalter der HeinzCon Nord, fast schon in der Nordsee, plante eine weitere Con, diesmal in Wesel am Niederrhein. Da man es sich mit dem Namensgeber Professor Dr. Dr. Dr. Dr. Heinz Featherly nicht verscherzen wollte, der zusammen mit dem Orkenspalter-TV bereits zusätzlich eine „HeinzCon Süd“ als Con des Orkenspalter TV veranstaltet, sollte diese EulenCon heißen.

Leider schließt in diese Pläne die plötzliche und unerwartete Insolvenz des Verlages quer. Uhrwerk ist zumindest zur Zeit nicht in der Lage, eine Con anzubieten – geschweige denn eine Con in dem Ausmaß wie sie ursprünglich geplant war. Nicht nur finanziell – auch die Arbeitskraft wird zur Zeit wohl anderweitig dringender benötigt.

Der Mitveranstalter der geplanten EulenCon, die Brettspielkiste Dinslaken, hat jetzt beschlossen, die Con trotz alledem durchzuführen. Allerdings wurde auch beschlossen, sich im Namen einen zusätzlichen Schritt vom ursprünglichen Schirmherren Dr Dr Dr Featherly zu entfernen: aus der EulenCon wird jetzt die NiederrheinCon.

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Sand im Uhrwerk

Stop Press: Rollenspiel Verlag Uhrwerk hat Insolvenz angemeldet

Sicherlich für viele – so auch für mich – überraschend kam heute die Meldung von Uhrwerk, dass der Verlag am 29. Mai beim Amtsgericht in Köln einen Antrag auf Insolvenz eingereicht habe. Das gleiche gilt auch für den, dem Uhrwerk-Verlag angegliederten, Verlag Feder und Schwert GmbH.

Laut dem Text der allgemeinen und wohl auch Pressemeldung kam diese Entwicklung auch für den Verlag, wie man so schön sagt, plötzlich und unverhofft. Über die nächsten Schritte konnte und wollte der Verlag noch keine festen Aussagen treffen, immerhin steht in einem solchen Verfahren als nächster Schritt die Bestellung eines Insolvenzverwalters auf dem Plan, und was der für Maßnahmen zur möglichen Rettung des Verlages noch gutheißt, hängt bekanntlich nicht zuletzt von ebendiesem Insolvenzverwalter ab.

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Für neue Augen

DSA 5-Einsteigerbox „Das Geheimnis des Drachenritters“ – Erstverkaufstag

Erstverkaufstag

Mittlerweile gehört es ja für Rollenspiele zum guten Ton, für Einsteiger Einstiegshilfen zu geben – sei es einen Schnellstarter, sei es eine sogenannte „Einsteigerbox“. Der Unterschied besteht bei diesen in der Regel im Umfang und dem mitgelieferten Material – ein Schnellstarter ist üblicherweise nur ein dünnes gedrucktes Heft, während in einer Einsteigerbox meist mehrere Hefte zu finden sind und zusätzlich noch weiteres notwendiges oder auch nützliches Spielmaterial, wie beispielsweise Würfel, in manchen Fällen auch Stifte, Marker usw.

Mehrere Jahre nach der Markteinführung des Systems erscheint jetzt auch für DSA in der fünften Version eine solche Einsteigerbox. Da man ja auch einen sogenannten Schnellstarter direkt bei Ulisses herunterladen kann, stellt sich natürlich die Frage, ob sich die Anschaffung dieser Einsteigerbox lohnt – und für wen.

Vor gut einer Woche hat Ulisses diese Einsteigerbox im Video ausgepackt und vorgestellt. Als Erstverkaufstag wurde bei dieser Vorstellung der heutige 2. Mai genannt.

Da ich – völlig überraschend – von Ulisses die PDF dieser neuen Box zugesandt bekommen habe – die auch ab heute bei DriveThru erhältlich sein soll –, habe ich sie mir einmal näher angesehen. Ein wenig kam mir dabei zupass, dass die DraCon des Jahr in eine nicht barrierefreie Location ausweichen musste. So habe ich dann eine reguläre Brettspielrunde an den Tisch geschleift, von denen einige auch ausdrücklich keine Rollenspieler sind.

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Zwei 20er Würfel für Barsoom

Das John Carter vom Mars-Rollenspiel

John Carter of Mars RPG

Ferne Welten haben die Fantasie schon immer angeregt. Vor allem „Abenteuerliteratur“ aus der Zeit vor 50 bis 100 Jahren nutzte derartige Settings. Sei es das bis dato noch ziemlich unerforschte Innere Afrikas, wie bei Henry Rider Haggard in den Romanen um Allan Quatermain, sei es das Innere der Erde wie in Jules Vernes Roman, seien es andere Planeten (John Normans Gor, Kenneth Bulmers Dray Prescott,Aley Raymonds Flash Gordon) – viele dieser klassischen Geschichten gehören heutzutage zum Allgemeingut.

Sicher hatte Edgar Rice Burroughs unter den Autoren dieser Geschichten insofern eine besondere Rolle, als er mit seinem Oeuvre viele der genannten inspirierte. Sein Pellucidar dürfte spätere Hohlwelt-Geschichten bis hin zu HEX beeinflusst haben, seine Tarzan-Geschichten begeisterten auch im Fernsehprogramm viele – auch seine Geschichten über Abenteuer auf den anderen Planeten unseres Sonnensystems waren zu ihrer Zeit richtungsweisend. Auch wenn die Romane hier in Deutschland nicht so gut rezipiert worden, erinnere ich mich doch an die Übersetzungen mehrerer Mars-(Barsoom-) Romane und zweier Venus-Romane. Bekannter wurden sie dann hierzulande mit den Verfilmungen von 2009 (Princess of Mars) und 2012 (John Carter – Zwischen zwei Welten).

Der Titel des letzten Films beinhaltet dann auch gleich den Namen der Hauptfigur der Romanreihe. John Carter, der nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in einer geheimnisvollen Höhle auf dem Mars versetzt wird, gab damit dann auch dem neuen Rollenspiel aus dem Hause Modiphius seinen Namen. Mir lag dieses Spiel als PDF-Datei vor was bei einem Rollenspiel ja grundsätzlich nicht besonders ungünstig ist.

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Sternen-Dinos

Würfeltürme von e-Raptor

Erstverkaufstag
Start der Crowdfunding-Kampagne

Für Interessenten, die einen Würfelturm suchen, scheint dieser Blog so ziemlich die einzige Anlaufstelle zu sein, was Rezensionen betrifft. Das heißt im Umkehrschluss natürlich auch, dass Firmen, die ihre Würfeltürme besprochen haben wollen, sich mit Vorzug an mich wenden. Außerdem erhalte ich hin und wieder Anfragen von Firmen, die einen Kickstarter planen und gerne eine Rezension zum Start des Kickstarters hätten. Meist bedeutet dies, dass mir eine „Print & play“-Version via E-Mail geschickt wird und ich diese dann teste.
Ungewöhnlich ist es daher eher, wenn mich eine Firma fragt, ob ich ihre Wirbelstürme zum Crowdfunding-Projektstart besprechen möchte: in der Regel gibt es zu diesem Zeitpunkt ja höchstens ein paar Konzept-Modelle, aber weder bereits verfügbare Endmodelle noch – bei Bausätzen – fertige Bausätze. Daher war es für mich auch eine Überraschung, als die polnische Firma e-Raptor mich auf der letzten SPIEL ansprach, ob ich nicht zum nächsten Projektstart die dann verfügbaren Würfeltürme besprechen könne – und mir Demo-Modelle in der gleichen Form aushändigte, in der diese dann auch später verkauft werden. Sprich: dünne, vorgelaserte Holzbretter, die man dann, wie üblich, noch auseinandernehmen und zusammenbauen muss.Diese Würfeltürme sowie ein weiterer Würfelturm, der in Essen leider nicht mehr vorrätig war, sind jetzt in diesem Kickstarter-Projekt zu finden.

(Anmerkung: regelmäßige Besucher dieses Blogs wissen wahrscheinlich, dass ich normalerweise Würfelturm-Rezensionen mit einem Foto meiner Testmodelle (und ein paar meiner eigenen Würfel) illustriere, damit man sich auch ein richtiges Bild von den getesteten Modellen machen kann. Leider ist meine normale Kamera, die ich dafür verwende, zur Zeit in Reparatur und meine Handy-Kamera liefert nur relativ schlechte Fotos. Die Bilder beim verlinkten Projekt treffen die getesteten Geräte allerdings ziemlich gut.)

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Schirm mit Turm

Spielleiterschirm mit eingebautem Würfelturm zum Selbst Zusammenbauen

Spielleiterschirm mit WürfelturmAuf der SPIEL kann man bekanntlich die verschiedensten Hersteller von Spielen und Accessoires finden. Dieser Gemeinplatz gilt allerdings nicht nur für die SPIEL sondern auch für Kickstarter. Und manchmal stolpert man auf der Messe über Stände, auf denen Dinge gezeigt werden, die gerade erst noch bei Kickstarter finanziert werden.

So auch bei dem Spielleiterschirm mit eingebautem Würfelturm von Ukrainian Gears, der eine der Dankeschöns in diesem Projekt darstellt – neben unter anderem einem schönen stapelbaren Würfelturm, der in der Mechanik (wegklappende Rampen) ein wenig an den Crystal Twister erinnert. Da ich selbst bei diesem Projekt für den reinen Turm eingezahlt habe, habe ich mir ganz bewusst diesen Schirm einmal näher angesehen.

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