Tag Archiv für Rollenspiel

Die Eule ist tot, es lebe der Niederrhein!

Umfirmierung der EulenCon

Vielleicht war es dem einen oder anderen meiner Leser entgangen, aber vor etwa einem halben Jahr war zu hören, dass die in Deutschland im Schwinden begriffene Conlandschaft um eine neue Con erweitert werden sollte. Der Uhrwerk-Verlag – Veranstalter der HeinzCon Nord, fast schon in der Nordsee, plante eine weitere Con, diesmal in Wesel am Niederrhein. Da man es sich mit dem Namensgeber Professor Dr. Dr. Dr. Dr. Heinz Featherly nicht verscherzen wollte, der zusammen mit dem Orkenspalter-TV bereits zusätzlich eine „HeinzCon Süd“ als Con des Orkenspalter TV veranstaltet, sollte diese EulenCon heißen.

Leider schließt in diese Pläne die plötzliche und unerwartete Insolvenz des Verlages quer. Uhrwerk ist zumindest zur Zeit nicht in der Lage, eine Con anzubieten – geschweige denn eine Con in dem Ausmaß wie sie ursprünglich geplant war. Nicht nur finanziell – auch die Arbeitskraft wird zur Zeit wohl anderweitig dringender benötigt.

Der Mitveranstalter der geplanten EulenCon, die Brettspielkiste Dinslaken, hat jetzt beschlossen, die Con trotz alledem durchzuführen. Allerdings wurde auch beschlossen, sich im Namen einen zusätzlichen Schritt vom ursprünglichen Schirmherren Dr Dr Dr Featherly zu entfernen: aus der EulenCon wird jetzt die NiederrheinCon.

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Sand im Uhrwerk

Stop Press: Rollenspiel Verlag Uhrwerk hat Insolvenz angemeldet

Sicherlich für viele – so auch für mich – überraschend kam heute die Meldung von Uhrwerk, dass der Verlag am 29. Mai beim Amtsgericht in Köln einen Antrag auf Insolvenz eingereicht habe. Das gleiche gilt auch für den, dem Uhrwerk-Verlag angegliederten, Verlag Feder und Schwert GmbH.

Laut dem Text der allgemeinen und wohl auch Pressemeldung kam diese Entwicklung auch für den Verlag, wie man so schön sagt, plötzlich und unverhofft. Über die nächsten Schritte konnte und wollte der Verlag noch keine festen Aussagen treffen, immerhin steht in einem solchen Verfahren als nächster Schritt die Bestellung eines Insolvenzverwalters auf dem Plan, und was der für Maßnahmen zur möglichen Rettung des Verlages noch gutheißt, hängt bekanntlich nicht zuletzt von ebendiesem Insolvenzverwalter ab.

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Für neue Augen

DSA 5-Einsteigerbox „Das Geheimnis des Drachenritters“ – Erstverkaufstag

Erstverkaufstag

Mittlerweile gehört es ja für Rollenspiele zum guten Ton, für Einsteiger Einstiegshilfen zu geben – sei es einen Schnellstarter, sei es eine sogenannte „Einsteigerbox“. Der Unterschied besteht bei diesen in der Regel im Umfang und dem mitgelieferten Material – ein Schnellstarter ist üblicherweise nur ein dünnes gedrucktes Heft, während in einer Einsteigerbox meist mehrere Hefte zu finden sind und zusätzlich noch weiteres notwendiges oder auch nützliches Spielmaterial, wie beispielsweise Würfel, in manchen Fällen auch Stifte, Marker usw.

Mehrere Jahre nach der Markteinführung des Systems erscheint jetzt auch für DSA in der fünften Version eine solche Einsteigerbox. Da man ja auch einen sogenannten Schnellstarter direkt bei Ulisses herunterladen kann, stellt sich natürlich die Frage, ob sich die Anschaffung dieser Einsteigerbox lohnt – und für wen.

Vor gut einer Woche hat Ulisses diese Einsteigerbox im Video ausgepackt und vorgestellt. Als Erstverkaufstag wurde bei dieser Vorstellung der heutige 2. Mai genannt.

Da ich – völlig überraschend – von Ulisses die PDF dieser neuen Box zugesandt bekommen habe – die auch ab heute bei DriveThru erhältlich sein soll –, habe ich sie mir einmal näher angesehen. Ein wenig kam mir dabei zupass, dass die DraCon des Jahr in eine nicht barrierefreie Location ausweichen musste. So habe ich dann eine reguläre Brettspielrunde an den Tisch geschleift, von denen einige auch ausdrücklich keine Rollenspieler sind.

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Zwei 20er Würfel für Barsoom

Das John Carter vom Mars-Rollenspiel

John Carter of Mars RPG

Ferne Welten haben die Fantasie schon immer angeregt. Vor allem „Abenteuerliteratur“ aus der Zeit vor 50 bis 100 Jahren nutzte derartige Settings. Sei es das bis dato noch ziemlich unerforschte Innere Afrikas, wie bei Henry Rider Haggard in den Romanen um Allan Quatermain, sei es das Innere der Erde wie in Jules Vernes Roman, seien es andere Planeten (John Normans Gor, Kenneth Bulmers Dray Prescott,Aley Raymonds Flash Gordon) – viele dieser klassischen Geschichten gehören heutzutage zum Allgemeingut.

Sicher hatte Edgar Rice Burroughs unter den Autoren dieser Geschichten insofern eine besondere Rolle, als er mit seinem Oeuvre viele der genannten inspirierte. Sein Pellucidar dürfte spätere Hohlwelt-Geschichten bis hin zu HEX beeinflusst haben, seine Tarzan-Geschichten begeisterten auch im Fernsehprogramm viele – auch seine Geschichten über Abenteuer auf den anderen Planeten unseres Sonnensystems waren zu ihrer Zeit richtungsweisend. Auch wenn die Romane hier in Deutschland nicht so gut rezipiert worden, erinnere ich mich doch an die Übersetzungen mehrerer Mars-(Barsoom-) Romane und zweier Venus-Romane. Bekannter wurden sie dann hierzulande mit den Verfilmungen von 2009 (Princess of Mars) und 2012 (John Carter – Zwischen zwei Welten).

Der Titel des letzten Films beinhaltet dann auch gleich den Namen der Hauptfigur der Romanreihe. John Carter, der nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in einer geheimnisvollen Höhle auf dem Mars versetzt wird, gab damit dann auch dem neuen Rollenspiel aus dem Hause Modiphius seinen Namen. Mir lag dieses Spiel als PDF-Datei vor was bei einem Rollenspiel ja grundsätzlich nicht besonders ungünstig ist.

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Sternen-Dinos

Würfeltürme von e-Raptor

Erstverkaufstag
Start der Crowdfunding-Kampagne

Für Interessenten, die einen Würfelturm suchen, scheint dieser Blog so ziemlich die einzige Anlaufstelle zu sein, was Rezensionen betrifft. Das heißt im Umkehrschluss natürlich auch, dass Firmen, die ihre Würfeltürme besprochen haben wollen, sich mit Vorzug an mich wenden. Außerdem erhalte ich hin und wieder Anfragen von Firmen, die einen Kickstarter planen und gerne eine Rezension zum Start des Kickstarters hätten. Meist bedeutet dies, dass mir eine „Print & play“-Version via E-Mail geschickt wird und ich diese dann teste.
Ungewöhnlich ist es daher eher, wenn mich eine Firma fragt, ob ich ihre Wirbelstürme zum Crowdfunding-Projektstart besprechen möchte: in der Regel gibt es zu diesem Zeitpunkt ja höchstens ein paar Konzept-Modelle, aber weder bereits verfügbare Endmodelle noch – bei Bausätzen – fertige Bausätze. Daher war es für mich auch eine Überraschung, als die polnische Firma e-Raptor mich auf der letzten SPIEL ansprach, ob ich nicht zum nächsten Projektstart die dann verfügbaren Würfeltürme besprechen könne – und mir Demo-Modelle in der gleichen Form aushändigte, in der diese dann auch später verkauft werden. Sprich: dünne, vorgelaserte Holzbretter, die man dann, wie üblich, noch auseinandernehmen und zusammenbauen muss.Diese Würfeltürme sowie ein weiterer Würfelturm, der in Essen leider nicht mehr vorrätig war, sind jetzt in diesem Kickstarter-Projekt zu finden.

(Anmerkung: regelmäßige Besucher dieses Blogs wissen wahrscheinlich, dass ich normalerweise Würfelturm-Rezensionen mit einem Foto meiner Testmodelle (und ein paar meiner eigenen Würfel) illustriere, damit man sich auch ein richtiges Bild von den getesteten Modellen machen kann. Leider ist meine normale Kamera, die ich dafür verwende, zur Zeit in Reparatur und meine Handy-Kamera liefert nur relativ schlechte Fotos. Die Bilder beim verlinkten Projekt treffen die getesteten Geräte allerdings ziemlich gut.)

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Schirm mit Turm

Spielleiterschirm mit eingebautem Würfelturm zum Selbst Zusammenbauen

Spielleiterschirm mit WürfelturmAuf der SPIEL kann man bekanntlich die verschiedensten Hersteller von Spielen und Accessoires finden. Dieser Gemeinplatz gilt allerdings nicht nur für die SPIEL sondern auch für Kickstarter. Und manchmal stolpert man auf der Messe über Stände, auf denen Dinge gezeigt werden, die gerade erst noch bei Kickstarter finanziert werden.

So auch bei dem Spielleiterschirm mit eingebautem Würfelturm von Ukrainian Gears, der eine der Dankeschöns in diesem Projekt darstellt – neben unter anderem einem schönen stapelbaren Würfelturm, der in der Mechanik (wegklappende Rampen) ein wenig an den Crystal Twister erinnert. Da ich selbst bei diesem Projekt für den reinen Turm eingezahlt habe, habe ich mir ganz bewusst diesen Schirm einmal näher angesehen.

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Spiel am Stock

Persönliche Nachbetrachtung zur SPIEL

Jetzt liegt sie also hinter uns, die SPIEL 2018. Wie auch schon letztes Jahr habe ich nur einen Teil der Zeit nutzen können, um auf der SPIEL anwesend zu sein. Um genau zu sein: ich war am Samstag ab etwa 11:00 Uhr und am Sonntag dann ab etwa 10:00 Uhr vor Ort und habe zumindest besucht, was in der kurzen Zeit zu besuchen war.

Hierbei habe ich dann meine jeweilige Begleitperson mehr belastet als voriges Jahr – voriges Jahr hatte ich mir ja vom Messeservice einen Rollstuhl ausgeliehen, und in einigen Hallen hatte ich das Glück, meiner Begleitperson für kurze Zeit frei geben zu können, weil viele Stände so dicht beieinanderstanden, dass ich die Abstände selbst bewältigen konnte. Dieses Jahr hingegen humpelte ich an meiner formschönen Krücke durch den Tag, und da ich immer noch auf der linken Seite so gut wie nichts tun kann, war ich dann genötigt, meine Begleitperson als "Lastesel" anzustellen. Ich muss den beiden (an jedem Tag jemand anders) allerdings ein hohes Lob aussprechen: Klagen habe ich zumindest keine gehört.
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SPIEL Tag 3

Abgestürzter Mond, spanische Rollenspiele und neue Hired Guns

Drei Viertel der Messe habe ich hinter mir, noch merke ich meine Füße, und mitgebracht habe ich heute… einiges an Durcheinander, aus diversen Herkunftsländern. Da fallen auch… na, sagen wir mal „Genussmittel“ drunter, denn in Halle 6 kann man zB exotische Biere (BrauArt, 6 L113) oder auch leckere Metvarianten (Der Metmann, 6 K113) probieren (Empfehlung des Tages – Ragnarok – Met mit Macadamianuss).

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SPIEL Tag 1

Aus alt mach neu

Das gilt zumindest für die Messehallen. Ich war am ersten Tag der Spiel vor allem in den Hallen 5 und 6 unterwegs, also am „hinteren Ende“ der Messe. Moment mal… Ende? Die ging doch letztes Jahr bis Halle 8, und ist gewachsen, wie kann denn… ja, diese Frage stellten sich einige Besucher. Die Antwort ist eigentlich einfach, und dem Veteranen auch sofort klar, wer neu ist guckt allerdings komisch.

Die Hallen 4-6 sind erneuert worden, insgesamt gibt es jetzt „nur noch“ 8 Hallen, wo einmal 12 waren. Und die ehemalige 6 & 8 entsprechen nun ungefähr der neuen 5, wo sich auch viele der Aussteller, die da vormals waren, wieder finden. Allerdings sind viele Anbieter aus dem Rollenspiel- und Tabletopsektor auch in der „neuen“ 6 gelandet, die komplett neu erstellt wurde, und deren großzügige Aufteilung hilft, weniger Staus zu verursachen.
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Messe Tag 0

Alte Bekannte, neue Zahlen, Das Böse regiert und wieder alles Scheisse

Wer uns schon länger verfolgt und die SPIEL kennt, weiß, was sich dort immer am Mittwoch vor der Publikumseröffnung abspielt. Zunächst gibt es eine Pressekonferenz, in der vor allem interessante Zahlen zu Sprache kommen (so zum Beispiel die mittlerweile 80.000m² Ausstellungsfläche der SPIEL, das diesjährige Umsatzplus von bisher schon beachtlichen 16%, und einige weitere Rekorde), und ein paar besonders bemerkenswerte oder trendtypische Spiele angesprochen werden. Und dann geht’s zur Neuheitenschau, die zum Glück seit sie in der 1A stattfindet nicht mehr in allgemeinem Gedränge ausartet.
Trends dieses Jahr? Nun, Legacy-Spiele sind nach wie vor offenbar beliebt, mittlerweile sogar bis hin zum „Unique Game“ – schade, sowas lässt sich nicht mal wirklich rezensieren, höchstens was Materialqualität angeht. Dann scheint es eine gewisse Tendenz zu Spielszenarien zu geben, wo die Spieler eher die traditionell „Bösen“ spielen und sich irgendwie verteidigen müssen… und tatsächlich wieder Scheisse, zumindest wenn es nach Mattell oder Pegasus geht.
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