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Machtspiele

Der Herr des Eisgartens

Der Herr des EisgartensSelten einmal gelingt es einem 'Spiel zum Buch' international Erfolg zu haben, wenn das Buch selber nicht auf Englisch erhältlich ist. Wenn die einzige bislang verfügbare Sprache Polnisch ist, sind die Chancen auf einen internationalen Erfolg sehr gering.

Das hat den polnischen Verlag Red Imp nicht daran gehindert, zur Fantasy-Tetralogie (bzw. zur Triiogie – der vierte Band war seinerzeit noch nicht erschienen, oder auch zum Roman – laut Verpackung) Der Herr des Eisgartens (poln.: Pan Lodowego Ogrodu ) des Autors Jarosław GrzÄdowicz ein Spiel des gleichen namens herauszubringen und über Kickstarter finanzieren zu lassen. Das Projekt war sehr erfolgreich, es kam mehr als das doppelte des gewünschten Betrages herein, und das Spiel wurde im Oktober / November ausgeliefert – sogar vor dem im Projekt angegebenen Dezember-Termin (wobei auch ein Pickup in Essen angeboten worden war). Der Verlag ist zur Zeit auf der Suche nach Distributionspartnern in der nichtpolnischen Welt, die erste Auflage ist ausverkauft.

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Fiktionaler Konflikt

Hot War

Hot War: Battle for Oil

Was wäre wenn… diese Frage stellen sich sowohl Verteidigungsminister und Generäle als auch CoSim-Spieler. Der russische Herausgeber Zvezda, der in erster Linie militäische und andere Modelle produziert, ähnlich wie das bei uns bekanntere Revell, bietet für seine Modelle mit der Art of Tactic-Reihe CoSims an, die in verschiedenen historischen und pseudo-historischen Settins spielen.

So gibt es unter anderem ein Szenario, das zum Glück nicht wahr wurde, aber durchaus hätte wahr werden können. In Hot War – Battle for Oil gab es weder Glasnost noch Perestroika, dafür aber herrscht in einem fiktiven 1990 ein Ressourcenkrieg, da, wo die Ressourcen liegen – im mittleren Osten. Amerikanische und Sowjetische Einheiten versuchen, die Vorherrschaft über eben diese zu gelangen

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Bleibt alles in der Familie…

Nothing Personal

Nothing Personal

…so könnte man des öfteren denken, wenn bei Nothing Personal mal wieder vakant gewordene Positionen zu besetzen sind. Positionen? Ja, davon gibt es einige, denn auch die "angesehen Familien“ haben eine recht strikte Hierarchie, und auf den Sprossen der Leiter möchte man doch sicherlich hinaufklettern und nicht etwa abstürzen – na ja, bei den Fischen schläft es sich so unbequem.

Einem erfolgreichen Crowdfunding bei Kickstarter sei dank konnte GameSalute auf der letzten Spiel mit diesem Spiel aufwarten – und man ist schon recht überrascht. Eine große, schwere Box aus den USA? Da ist man doch sonst manch anderes gewohnt? Mitnichten. Ja, auch in diesem Spiel gibt es viele Counter, aber die sind aus sehr stabilem Karton, bzw. einige sind sogar aus Metall.

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Mystisches Terraforming

Terra Mystica

Terra Mystica

2012 tauchte der Verlag Feuerland mit Terra Mystica auf der SPIEL auf – und verkaufte aus. 2013 hat eben dieses Spiel – wie ich denke völlig zurecht – den deutschen Spielepreis (und auch noch diverse andere) gewonnen, und dennoch schreibe ich diese Rezi erst kurz vor der SPIEL 2014, wo Feuerland mit der ersten Erweiterung aufwarten wird. Warum gerade jetzt?

Das hat mehrere Gründe. Einer ist sicher auch der, dass ich gerne noch mehr Leute auf dieses Spiel und diesen Verlag aufmerksam machen möchte, die vielleicht“ nur auf der SPIEL mal stöbern“ wollen; aber der Hauptgrund ist der, dass ich gerne verschiedene Besetzungen durchprobieren mag, vor allem bei Spielen, wo die verschiedenen Spieler eben nicht genau dieselben Startbedingungen haben, und mich interessiert vor allem, ob dennoch irgendwo Chancengleichheit herrscht, so dass es also wirklich nur Geschmackssache ist, welche Rolle man spielt.

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Schaffe, schaffe, Minen baue…

ShafausaShafausa

…das klingt, zumindest im Fantasybereich, doch irgendwie nach Zwerg, oder? So auch bei Shafausa, dem zweiten Spiel von Helvetia Games. Die Zwerge von Shafausa (das rein zufällig so heißt – nein Quatsch, das ist natürlich volle Absicht) ist von Zwergen bevölkert, und diese tun, was Zwerge nun mal tun – graben, und zwar nach Schätzen. Dass das die benachbarten Vampire (aus Zugriga) mitbekommen, führt dazu, dass sie mitsamt den anderen Rassen der Region Helvetia auch etwas von dem zwergischen Kuchen abbekommen wollen… und im Endeffekt wird hier die erste Fantasy-Börse Helvetias eröffnet.

Ja, allen Ernstes – die verschiedenen Rassen treffen sich, um mit ihren Rohstoffen zu handeln und zu spekulieren, und ihre eigene Region davon profitieren zu lassen. Also handeln die Spieler in Gestalt von Zwergen, Elfen, Ogern usw. mit Holz, Stein, Eisen, Kohle, Kupfer, Silber und Gold, bauen Minen, Lagerhäuser und sonstige nützliche Gebäude (und auch ganze Städte, denn irgendwo müssen die Gebäude ja hin), und spekulieren ggf. noch am Fantasyäquivalent einer Börse, um die Preise der Rohstoffe in ihrem Sinne in die richtige Richtung zu schubsen. Ist doch mal was anderes als dass sich die verschiedenen Rassen nur gegenseitig eins auf die Glocke geben, oder?

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Hopp Helvetia!

helvetiacupHelvetia-Cup

Dass Schweizer Fußball spielen können, wissen wir spätestens seit dem FC Basel. Dass Schweizer gute Spiele herausgeben, wissen wir spätestens seit Anno Domini, und dass Schweizer einen etwas schrägen Humor haben, merkt man auch recht schnell… außerdem verfügen sie wohl über eine gute Portion Selbstironie, und heraus kommen dann… Spiele wie Helvetia Cup.

Worum geht es hier? Stehen da allen ernstes irgendwelche Spinner mit Steckenpferden und Narrenkappen auf dem Platz und spielen Fußball gegen Drachen…? Ja, genau das passiert hier bei Helvetia Cup. Und die Verrückten wie auch die Drachen sind nicht nur auf Karten abgebildet – nein, auch die Figürchen, die die Mannschaften repräsentieren, sind sehr aufwendig und niedlich gestaltete Figuren, passend bemalt bis hin zur Spielernummer, da weiß Helvetia Cup definitiv zu begeistern. Auch das übrige Spielmaterial ist von sehr hoher Qualität – ein schöner Spielplan, der ein in verschiedene Bereiche aufgeteiltes Fußballfeld zeigt, Karten mit den Spielerprofilen (beidseitig bedruckt für beide Versionen des Spiels), Teamkarten (sehr schöne Artwork und gute Qualität), Tore aus Karton, farbige Marker aus Holz (für Boosts und gelbe Karten), Würfel (W20 und spezielle W6, einfach, aber gut), noch dazu eine Karte von Helvetia – denn hier spielt das ganze, wie auch andere Spiele aus diesem Verlag. Dazu später mehr.

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Handliches Hirntraining

Lonpos.cc 066

Lonpos.CC 066 – die getestete Version

Lonpos

Denksportspiele für eine Person, die als selbständige Spiele verkauft werden – in den meisten Fällen beschränkt sich das auf Tangram, Schiebepuzzles und Der Würfel von Rubik. Hinzu kommen dann noch Sudoku-Spiele, die meist deutlich teurer sind, als entsprechende Hefte, sowie Mehrpersonenspiele, die als Solitär-Knobelspiel gespielt werden können. Da freut man sich immer, wenn man mal ein neues Spiel entdeckt, das (zumindest ein wenig) anders ist, und das einen einige Zeit beschäftigt.

Unter dem Namen Lonpos bietet die HCM Kinzel eine Reihe von Solo-Aufgabensammlungen an, die diese Lücke ein wenig auffüllen. 'Auch Chuck Norris schafft das nicht an einem Tag‘, so eine Reklamebehauptung, und ja: Schon angesichts der schieren Menge möglicher Aufgabenstellungen dürfte es unmöglich sein, alle Aufgaben in einem Tag zu lösen.

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Calipha Quintus

alrashidAl-Rashid

Harun al-Rashid (oder auch ar-Rashid) war der 5. Kalif der Abbasiden und ist in der westlichen Welt vor allem bekannt als der Kalif, der in vielen der Geschichten von Tausendundeiner Nacht erwähnt wird. Historisch ist er auch und vor allem unter Muslimen umstritten, da seine Taten teilweise doch arg brutal waren und auch sein Lebenswandel nicht immer zu Jubelstürmen Anlass gab. So ließ er seinen Bruder ermorden, um selber auf den Thron zu gelangen oder auch Anatolien verwüsten. Neben seiner Tätigkeit als Kriegsherr ist er aber auch bekannt für die weitreichenden Handelsbeziehungen seines Reiches, die bis nach Franken, Indien und China reichten.

Der italienische Verlag Yemaia ist noch recht klein: Er hat erst zwei Spiele produziert. Eines davon heißt wie der Herrscher Al-Rashid, auch wenn man selber den Herrscher nicht spielt. Stattdessen spielt man eine Familie, die versucht, die Gunst des Herrschers zu erlangen.

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Von Waldmöpsen und Waldmenschen

myrmonMyranische Monstren

Ein "Standardwerk“ zu jedem Rollenspielsystem ist eine Sammlung von Tieren und Monstren mit Spielwerten für das entsprechende System. Sogar das alte Marvel Super Heroes RPG hatte so etwas – auch wenn damals anstelle von Tieren und Monstren Charaktere des Marvel-Universums (vor allem Superschurken) in den Bänden zu finden waren. Bei Systemen, bei denen man sich auch mit "normalen“ Tieren auseinandersetzen muss (wie beispielsweise bei den meisten Fantasy-Systemen) findet man hier in der Regel auch einen Teil über eben diese normale Tiere, ebenfalls mit Spielwerten – und mit Werten und Regeln zum Zusammenleben von Mensch und Tier.

Genauso sieht es bei Myranische Monstren aus, dem Monsterhandbuch zu Myranor. Myranor bezeichnet nicht nur einen Regelsystem-Ableger vom Schwarzen Auge, sondern auch eine der möglichen "Spielwelten“ – was bei DSA meist als anderer Kontinent verstanden werden kann wie auch Uthuria oder das Riesland. Nur die Dunklen Zeiten der gleichnamigen Box sind von den anderen nicht durch Entfernung auf dem Planeten sondern durch einen zeitlichen Abstand getrennt.

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Fünfdimensional

mc39moral conflict 1939

Auf der Spiel stand in der Rollenspiel-Halle 6 auch ein Stand eines Herstellers, der eine Brettspielserie anbot: Playford Games mit moral conflict . Auf der Spiel wurden die Versionen 1939, 1940 und 1941 angeboten. Außerdem gibt es, laut Spielregel-Werbung, noch eine Version ohne Jahreszahl, 1938 und 1942.

Das Spiel ist ein wenig ungewöhnlich. Zum einen ist es, obwohl der Verlag in München beheimatet ist und eine .de-URL benutzt, nur auf Englisch erhältlich. Zum anderen sind die Coverbilder … nun ja … gewöhnungsbedürftig. Wie man rechts sehen kann, zeigt die 1939-Version eine Szene, die aus dem Alpenland zu stammen scheint – zumindest sehen die beiden Kinder / Jugendlichen links im Vordergrund so aus. Das fröhliche Lachen steht aber im krassen Gegensatz zu dem Mann mit der Panzerfaust rechts, und die eindeutig militärischen Fahrzeuge im Hintergrund. Die Flammen auf Schatten, die den Kontinenten nachempfunden sind, sind eine nette Kleinigkeit, auch weil dieses Weltkarten-Motiv in den anderen Spielen der Serie wiederkehrt. Nicht umsonst findet man die Bilder in der Boardgamegeek-Liste This Box is Too Ugly to Even Consider the Game wieder.

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