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Filmverräter

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Spoiler(s) – The Beginning

Vom spanischen Verlag Zacatrus kommt dieses kleine aber feine Spiel, über dessen Titel der Verlag sich anscheinend nicht ganz im klaren ist. In jedem Fall steht der Name der Mehrzahl (Spoilers) beispielsweise auf allen vier Deckelseiten auch im Strichcode für die Kasse versteckt, sowie als Titel über der Spielanleitung. Dahingegen steht der Name in der Einzahl (Spoiler) groß auf dem Deckel und auch auf dem Boden des Spiels.

Gut möglich, dass dies der Unterschied zwischen der deutschen und der englischsprachigen Version ist. Im Englischen steht der Titel in allen Versionen in der Mehrzahl. Ähnliches gilt, glaube ich, auch für das "große" Spoiler, das auf der Spiel groß beworben wurde, wobei auch große (Popcorn-) Plastikbecher mit Angabe der Standnummer verteilt wurden. Das hier besprochene Spiel mit dem Zusatz "The Beginning" ist allerdings laut Aussage des Verlages ein völlig eigenständiges Spiel und daher auch komplett selbstständig spielbar.

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R.I.P. André Wiesler

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25.09.1974-23.11.2017

André Wiesler Wie Ulisses Spiele heute bekannt gab, ist am letzten Donnerstag plötzlich und unerwartet André Wiesler verstorben.

André ist im Rollenspielbereich nicht nur bekannt für seine Arbeit, beispielsweise als Autor von Shadowrun-Romanen, auch Werke wie Raumhafen Adamant, LodlanD oder auch das John Sinclair Abenteuerspiel wären wohl ohne ihn undenkbar gewesen. Auch war er Chefredakteur des Envoyer, vom Januar 2008 bis zur letzten eigenständigen Ausgabe im November 2009.

Für Ulisses Spiele managete er de Crowdfundings. Auch sein letztes Projekt, das Rollenspiel Protektor – Monsterjäger mit Sockenschuss (zu seinem gleichnamigen Roman, der im Verlag Thorsten Low erschienen ist) wurde noch im September erfolgreich finanziert.

Außerdem machte der gebürtige Wuppertaler sich einen Namen als Teil der Wuppertaler Wortpiraten und als Poetry-Slammer.

André hinterlässt eine Frau und einen Sohn, denen unser Mitgefühl gilt.

Kopfrechnen

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Würfelblitz

WürfelblitzEin Verlag, dessen Spiele wir immer gerne rezensieren, ist Steffen-Spiele aus Krastel im Hunsrück. Kleine, aus wertigen Materialien hergestellte Spiele bieten den Spielern ungewohnte Herausforderungen.

Bis zu sechs Zahlen im Bereich 1-6 zusammen zu zählen, dürfte wohl kaum jemandem Schwierigkeiten bereiten. Aber wie sieht es aus, wenn einige der vorgegebenen Zahlen nicht addiert werden dürfen? Dieses psychologische Problem wird in der Neuropsychologie üblicherweise mit dem Begriff "Impulskontrolle" beschrieben: unter bestimmten Voraussetzungen darf man unter Druck auf ein bestimmtes Signal nicht reagieren, auf das man normalerweise reagieren muss. Bei Übungen, im Training und in der Diagnose wird dieser Druck üblicherweise dadurch geschaffen, dass der Patient möglichst schnell auf die Signale reagieren muss und diese Geschwindigkeit ebenfalls ausgewertet wird. Wenn man einfach nur ohne Zeitdruck reagieren könnte, könnte man sich ja einfach Zeit lassen.

Beim Würfelblitz sorgen die sieben Mitspieler bereits für den notwendigen Druck. Alle rechnen gleichzeitig und möglichst schnell – wer am schnellsten richtig rechnet, erhält Punkte.

In der Spieleschachtel fanden wir:

  • sech farbige Würfel
  • drei Farbwürfel
  • 14 weiße Holzscheiben
  • 14 schwarze Holzscheiben
  • die Spielregel auf Deutsch und Englisch

Die Würfel sind alle aus Holz. Die Farbwürfel tragen sechs Farbpunkte, die mit den Farben der sechs Punktewürfel übereinstimmen; Die farbigen Würfel zeigen auf den Seiten die Werte von 1-6 in weißen Punkten – aber bei jedem farbigen Würfel ist eine Punkteseite durch eine Seite mit einem großen Farbpunkt ersetzt.

Die Holzscheiben haben etwa 1,5 cm Durchmesser und steckten bei Auslieferung in einem kleinen Ziplock-Beutel. Die Spieleschachtel mißt 10,5 cm × 10,5 cm × 3,7 cm; das Unterteil gleitet leicht aus dem Deckel heraus, was, wie unten beschrieben, für den Spielverlauf wichtig ist.

Das Spiel verläuft relativ einfach. Ein Spieler würfelt mit allen Würfeln gleichzeitig, anschließend zählen alle Spieler die Punktewerte der zu wertenden Würfel zusammen; wer als erster die richtige Summe nennt, erhält einen Punkt. Das klingt grundsätzlich recht einfach, aber…

Zu werten sind alle die farbigen Würfel, deren Farbe nicht durch einen Punkt auf einem Farbwürfel oder auf einem farbigen Würfel angezeigt wird.Man muss also auch aufpassen, ob eventuell auch einer der farbigen Würfel einen Farbfleck in der Farbe eines Würfels zeigt, womit dann der Würfel dieser Farbe eben nicht mehr zu rechnen ist. So kann theoretisch jede Summe von 0-30 erreicht werden (35: fünf farbige Würfel zeigen je eine sechs, die drei Farbwürfel zeigen alle rot (der einzige farbige Würfel, bei dem die sechs durch einen Farbfleck ersetzt ist).

Wer einen Punkt gewinnt, erhält eine weiße Scheibe. Gibt man eine falsche Antwort, muss man eine weiße Scheibe wieder abgeben (wenn man eine besitzt). Wenn ein Spieler drei weiße Scheiben gewonnen hat, darf er sie gegen eine schwarze Scheibe eintauschen – die auch bei Nennung einer falschen Summe wieder abgegeben werden müssen noch wieder in drei weiße Scheiben aufgeteilt. In diesem Augenblick sind die drei Punkte also sicher.

Wer als erster drei schwarze Schreiben hat (also neun Punkte erzielt hat), gewinnt das Spiel.

Eine Variante für geübte Spieler, die in der Spielregel vorgeschlagen wird, sieht vor, dass, wenn ein Farbpunkt. In einem Wurf mindestens zweimal zu sehen sein sollte, nur genau die Würfel zu werten sind, im Normalfall nicht gewertet würden.

Um es für Anfänger etwas einfacher zu machen, könnte man allerdings auch nur zwei Farbwürfel verwenden (oder auch noch weniger). Noch etwas schwieriger wird die Variante, die meine Testrunde erdachte: es werden nur die Würfel gewertet, deren Farbe auf mindestens einem anderen Würfel erscheint – und diese Würfel werden genauso oft gewertet, wie die Farbe erscheint. Das kann also theoretisch auch den 3-oder vierfachen Würfelwert bedeuten.

Deutliche Unterschiede zwischen der Spielstärke mehrerer Spieler auszugleichen, kann auch der Schwellenwert für die schwarzen Scheiben verändert werden, wodurch bereits gewonnene Punkte entsprechend sicherer oder unsicherer werden.

Die Spielregel geht davon aus, dass man den Schachtelboden als Würfelbecher verwendet. Allerdings ist der Schachtelboden relativ groß, so dass beim verwenden desselben als Würfelbecher gerne einmal Würfel herausfallen. Damit man jetzt nicht extra einen Würfelbecher oder einen Würfelturm verwenden muss, kann man, wie unsere Runde entdeckte, auch die ganze Schachtel verwenden: die Schachtel ist hoch genug, dass man in ihr würfeln kann; und der Deckel geht leicht genug von ihr ab, dass man ihn einfach hochheben kann und die Würfelergebnisse so sichtbar machen.

Das Spiel ist für Gelegenheitsspieler und Vielspieler gleichermaßen geeignet. Die Stolperschwelle Impulskontrolle traf zumindest in unserer Testrunde beide Gruppen gleichermaßen. Analyseparalytiker werden nicht viel Spaß mit diesem Spiel haben, da es nicht viel zu analysieren gibt und es mehr auf schnelle Reaktion ankommt.

In meiner Testrunden fand dieses Spiel jedenfalls großen Anklang: es eignet sich mit seiner Spieldauer von ca. 10 Minuten sowohl als Aufwärmspiel, als Lückenfüller wie auch als Absacker. Oder auch einfach als Spiel für zwei, um herauszufinden, wer diesmal das Katzenklo reinigen muss.Oder man kann auch, wie ich in den einleitenden Bemerkungen bereits angedeutet habe, dieses Spiel in der neuropsychologischen Therapie einsetzen, um Impulskontrolle zu trainieren. Ich bin zwar kein ausgebildeter Neuropsychologe, der Effekt erscheint mir aber ähnlich dem, der mit manchen ausgeklügelten (und teuren) Computerprogrammen erzielt werden soll.

Hersteller Steffen Spiele
Autor Steffen Benndorf
Künstler Bernhard Kümmelmann
Spieler 2-7
Denken 8
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 12,50 €

Zeichensetzung

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Sign

Jedes Jahr gibt es in Essen neue Verlage zu finden. Nur so konnte die Messe den aktuellen Höchststand von etwa 1100 Verlagen (dieses Jahr erzielt) erreichen.Einige dieser neuen Verlage sind ganz einfach zum ersten Mal auf der Spiel, bestehen aber schon länger, andere dieser Verlage sind im Endeffekt ganz neu. So ein ganz neuer Verlag ist der niederländische Verlag The Mountain Men, dessen Name sich auf die Nachnamen der drei Gründer bezieht: zwei Brüder namens Kattenberg, und ein Mitgründer namens van den Berg. Den ursprünglich angepeilten Namen des Verlages Berg Games konnte man nicht verwenden, da man mit dem Namen mit einem Hersteller von Kinder-Gokarts, -Fahrrädern, -Trampolins usw. kollidierte.

Deshalb wurde dann die Firma umbenannt, gleichzeitig wurde auch das Spiel mit einem neuen Namen versehen: vor ziemlich genau einem Jahr wurde das Spiel als „Tamps“ über Kickstarter finanziert. Der neue Name beschreibt ein wenig besser, worum es in dem Spiel geht: seinen Teamkameraden Informationen zu signalisieren, ohne dass die Gegenseite diese Informationen versteht.

In der Spieleschachtel fanden wir:

  • 80 Karten
  • die Spielregel auf Deutsch, Englisch und Niederländisch.

Die Karten haben gute Qualität und Pokerformat – sie sind gegenüber Bridgekarten etwas breiter, wodurch die Symbole auf den Karten größer werden konnten.Diese Symbole stellen jeweils ein Dreieck da, von dem jeweils einige Bereiche „unsichtbar“ und andere wiederum weiß dargestellt sind. Es gibt insgesamt 16 verschiedene Symbole, jedes Symbol erscheint einmal auf den Karten einer Farbe, Karten können fünf verschiedene Farben haben. Gespielt wird das Spiel mit mindestens vie und bis zu neun Spielern, die in zwei oder drei möglichst gleich große Gruppen aufgeteilt werden.

Vor der ersten Runde müssen sich die Spieler eines Teams auf ein Signal einigen, mit dem sie den mit Spielern anzeigen, dass sie einen Satz von fünf Karten mit dem gleichen Symbol gesammelt haben. Dieses Zeichen unterliegt bestimmten Einschränkungen: alle Spieler müssen es sehen können, es darf nicht ein Geräusch sein (also kein Hüsteln oder Klatschen), es darf nicht „digital“ sein (also zum Beispiel keine SMS), es darf keinen Körperkontakt zwischen zwei Spielern beinhalten. Es ist natürlich klar, dass die Spieler des/der anderen Teams dieses Signal nicht erfahren sollten.

Gespielt wird in Runden, so eine Runde endet, wenn ein Fünfling – oder der Verdacht auf einen Fünfling – gewertet wird. Spielanfänger können zu Beginn jeder Runde ein neues eigenes Zeichen absprechen, bei erfahrenen Spieler wird empfohlen, dass es jeweils einen Punkt kostet, wenn eine Gruppe ihr Signal ändern will.

Zu Beginn einer Runde erhält jeder Spieler aus dem gemischten Kartendeck fünf Karten, außerdem werden je nach Spieleranzahl 5-8 Karten offen in die Mitte gelegt. Wenn alle Spieler ihre Handkarten angesehen haben,dürfen alle Spieler gleichzeitig Karten tauschen.Tauschen darf man immer nur mit den Karten aus der Tischmitte, nicht mit anderen Spielern, und auch immer nur eine Karte gleichzeitig. Hierbei ist jedem Spieler überlassen, ob er erst die neue Karte von der Tischmitte nimmt und dann eine Handkarte ablegt oder umgekehrt. Unter keinen Umständen darf man während des Spiels also weniger als vier oder mehr als sechs Karten auf der Hand haben.

Man versucht, durch dieses tauschen fünf Karten mit dem selben Symbol zu sammeln. Allerdings kann der Spieler, der den Fünfling gesammelt hat, nicht selber punkten. Stattdessen muss er über das vereinbarte Signal einen Mitspieler deutlich machen, dass er den Fünfling hat. Dabei muss man natürlich versuchen, dieses Signal so unauffällig zu geben, dass die Gegenspieler es nicht bemerken.

Wer jetzt bemerkt oder zu merken glaubt, dass ein anderer Spieler einen Findling signalisiert, kann mit dem Ruf „Sign!“ einen anderen Spieler andeuten, der einen Fünfling haben soll. Dieser „Beschuldigte“ Spieler muss anschließend seine Hand aufdecken und es gibt Punkte. Wenn die Behauptung, der Spieler habe einen Fünfling, stimmt, erhält das Team des Spielers, der die Beschuldigung aufstellt, ein. Wenn die Behauptung nicht stimmt und der Anschuldiger nicht im Team des Beschuldigten sitzt, erhält das Team des Beschuldigten einen Punkt. Wenn aber ein eigenes Teammitglied irrtümlich einen Fünfling behauptet hat, erhalten alle anderen Teams (bei mehr als zwei Teams) einen Punkt.

Anschließend werden die Karten zusammen geworfen, neu gemischt und eine neue Runde beginnt.

Das Spiel endet, wenn ein Team eine vorher festgelegte Anzahl Punkte erreicht hat, oder wenn eine vorher festgelegte Anzahl Runden gespielt wurde. Es gewinnt, welches Team am Ende des Spiels die meisten Punkte erzielt hat.

Eine Einzelrunde dauert in der Regel nicht mehr als 4-5 Minuten, ein ganzes Spiel ist entsprechend von der Anzahl der Siegpunkte/vereinbarten Runden abhängig.

Jedes Team muss natürlich darauf achten, ein Signal zu wählen, dass die Gegenseite nicht leicht durchschaut, gleichzeitig muss es aber deutlich genug sein für die eigenen Mitspieler. Hier einen gesunden Mittelweg zu finden, ist nicht ganz einfach.

Das Spiel eignet sich gleichermaßen für Gelegenheitsspieler wie für Vielspieler, auch Analyseparallytiker, das Spiel zum Stehen zu bringen.

Mit einer Spielerzahl von 4-9 steht das Spiel auf der Grenze zum Partyspiel; manche Rezensenten bewerten es auch als solches, ich persönlich würde es aber eher als Gesellschaftsspiel mit sozialer Komponente bezeichnen. Immerhin gibt es eine ganze Menge Leute, die in der Regel nicht viel von Partyspielen halten (ich gebe zu, ich gehöre auch zu ihnen), denen dieses Spiel aber dennoch gut gefällt. Auch meine Testrunden meinte bereits, ich solle das Spiel doch öfter einmal mitbringen – so als Aufwärmspiel oder Absacker oder so.

 

Sign ist nicht leicht zu erwerben, auf der Webseite des Herausgebers sind aber einige Niederländische und Belgische Läden zu finden, die es anbieten.

Hersteller The Mountain Men
Autor Jesse van den Berg, Salko Joost Kattenberg, Rens Kattenberg
Künstler Salko Joost Kattenberg
Spieler 4-9
Denken 7
Glück 6
Geschicklichkeit 3
Preis ca. 10 €

Cuia est ultio?

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Auge um Auge

Es ist irgendwie schon eine Tradition: jedes Jahr erscheint ein neuer Abenteuerband zum Rollenspiel Private Eye. So steht in diesem Jahr bereits auf dem Umschlag „Abenteuerband No. 11“, diesen Band und auch den Band des Vorjahres (Liebe, Geld und andere Intrigen) habe ich dieses Jahr auf der SPIEL erhalten – und will jetzt zuerst den neueren Band besprechen, weil ich davon ausgehe, dass der ältere Band meinen Lesern schon eher bekannt sein könnte.

Jan Christoph Steines legt mit Auge um Auge einen Band mit einem interessanten Abenteuer vor, dass die Spieler, wenn sie den Fall bis in die Einzelheiten aufklären, vor einige unbequeme Fragen stellt. Wie die Spieler diese Fragen beantworten, dürfte für die jeweilige Runde sicher sehr interessant sein. Allerdings bietet dieses Abenteuer auch eine Problempunkte, die der Spielleiter überlegen sollte, bevor er das Abenteuer seiner Gruppe präsentiert.

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Leichtgewicht

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Würfelturm von … Koplow(?)

Da mich einige Leser danach gefragt hatten, habe ich auf der SPIEL einmal besonders Ausschau gehalten nach Würfeltürmen, die technisch und/oder optisch ungewöhnlich sind. Ein paar hübsche Exemplare habe ich auch finden können, die in den nächsten Wochen zusammengebaut und getestet werden sollten – als besonders ungewöhnlich möchte ich allerdings einen Würfelturm bezeichnen, der am Stand von Koplow für nur vier Euro angeboten wurde.

Auf der Webseite von Koplow ist dieser Turm übrigens nicht zu finden. Die auf der Verpackung angebrachten Aufkleber legen nahe, dass dieser Turm eigentlich ein japanisches Produkt ist – einen Verweis auf den tatsächlichen Hersteller habe ich allerdings leider nicht entdecken können. Ich möchte es allerdings nicht für unmöglich halten, dass der Hersteller neben einem Vermerk in japanischen Schriftzeichen auf der Verpackung auch lateinischen Schriftzeichen angegeben war, ich den Namen aber nicht gefunden habe.

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Klein halten

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Skyjo

Einer der Gründe, nach Essen zu gehen, wenn dort die SPIEL stattfindet, ist sicher, dass man dort auch ganz neue, bislang unbekannte Verlage und Spiele finden kann. Und das nicht nur aus dem Ausland, auch auf dem deutschen Spielemarkt entstehen immer wieder kleine (Eigen-) Verlage, die hier neue Spiele vorstellen – manchmal mit eher fraglichem Spielwert, manchmal aber auch interessante, neuartige Spiele, die erst beim aktuellen Test ihre Stärken zeigen.

Solch ein neuer deutscher Verlag ist Magillano, in dem der Eigentümer Alexander Bernhardt bislang nur sein eigenes Spiel Skyjo anbietet. Sitz des Verlages ist Altenkirchen im Westerwald.

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Kraftprotze

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Kraftprotze

Mucho Macho

Jedes Jahr gibt es auf der SPIEL ein paar Highlights, die mich noch nie enttäuscht haben. So freue ich mich jedes Jahr unter anderem auf die neuen Spieler aus Japan, auf die neuen Spiele von Steffen und Gerhards, oder auch auf die neuen Spiele der Russen.

Ein anderes derartiges Highlight findet sich in der Regel auf dem Stand von Abacus: Hier findet man nicht nur die dV Ediitrice – damit auch das von ihnen und von Cartamundi gesponserte „Gioco Inedito“, dass auf der Messe in Lucca in Italien über einen Wettbewerb gewählt wird. Diese Spiele haben einen vorgegebenen Umfang: Laut Wettbewerbsregeln dürfen sie nur eine bestimmte Anzahl Karten enthalten – und eventuell ein paar Kleinteile wie Marker oder ähnliches. Das bedeutet für die Produktion der Spiele (ein Teil des Preises für den Sieger ist eben, dass das Spiel von dV veröffentlicht wird), dass sie in standardisierte Verpackungen passen, die nur noch entsprechend bedruckt sein müssen. Auch gehört zur Standardausstattung ein stabiler Plastikeinsatz, in dem die Karten transportiert werden können.
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Rolli-Spiel

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Die SPIEL aus der Kakerlaken- und Rollstuhl-Perspektive

Ich hatte ja versprochen, meinen persönlichen Rückblick auf die SPIEL noch zu veröffentlichen. Da ich zu der Zeit eigentlich noch in der Reha war –, und ich das Glück hatte, immerhin einen Tag Therapiepause angeboten zu bekommen –, konnte ich dieses Jahr nur freitags, samstags und sonntags die Messe unsicher machen.

Interessant fand ich vor allem einige Reaktionen, die sich auf mein verändertes Aussehen (verglichen mit 2015) bezogen. Einige Leute mussten anscheinend mehrfach hinsehen, bis sie mich erkannten. Ein Herausgeber und Geschäftsführer eines Rollenspielverlages blickte mich sogar verständnislos an und meinte: „kennen wir uns?“ Erst als ich mich mit Namen zu erkennen gab, konnte er mich – wenn auch mit einiger Mühe – erkennen. Einige Leute meinten sogar, sie hätten mich eher an meiner Kleidung (Weste, Brille, Baseballkappe mit Roachware-Schriftzug) erkannt und weniger am Gesicht… Durch den Gewichtsverlust von über 100 Kilo ist anscheinend auch mein Gesicht um einiges schmaler geworden.

Auch war ich dank der Spätfolgen meines Schlaganfalls auf der Spiel im Rollstuhl unterwegs – und hatte hierdurch einige interessante Erlebnisse.

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Die Eiligen der letzten Tage

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Zwei bald endende Rollenspiel-Crowdfunding-Projekte

In der letzten Zeit war es bei mir ja relativ ruhig. Ich war endlich in der Reha, hatte aber ein kleines Problem: es gab zwar WLAN, aber nicht in den Patientenzimmern, sondern nur in einem allgemeinen Flur relativ weit von meinem Zimmer entfernt oder Café des Hauses. Da ich zur Zeit meine Artikel angesichts meiner noch immer eingeschränkten Nutzbarkeit meiner linken Hand meinem Computer diktiere (Dragon NaturallySpeaking ist hierfür ein geniales Programm) und außerdem mein Notebook so langsam eine schwächelnde Batterie aufweist, konnte ich nicht alles so veröffentlichen, wie ich es gerne getan hätte.

Inzwischen bin ich aber wieder zu Hause (seltsamerweise wurde ich sogar an einem Feiertag entlassen) – und als ich zu Hause ankam, hatten sich anscheinend einige Dateien von Dragon zerschossen, so dass ich das Programm erst einmal nur installieren musste. Aber jetzt habe ich erst einmal ein paar Tipps für Leute, die gerne bei der Finanzierung von Projekten helfen. Morgen werde ich dann versuchen, meine persönlichen Eindrücke von der SPIEL zusammenzufassen. Drückt mir die Daumen, dass man mir die nötige Zeit lässt.

Beide Projekte, die ich vorstellen möchte, liegen mir irgendwie am Herzen.

Im ersten geht es um ein Rollenspielbuch (Soloabenteuer), dass wir bereits im Jahr 2013 besprochen haben. Allerdings soll jetzt nicht das Buch Reiter der schwarzen Sonne neu aufgelegt werden – zur Zeit wird die 6. Auflge verkauft –, sondern eine Übersetzung. Nachdem eine Kleinauflage einer englischsprachigen Version relativ erfolgreich die Wasser testen konnte, soll jetzt eine größere Auflage produziert und vertrieben werden.

Das ursprüngliche Finanzierungsziel von 6000 € wurde relativ leicht überschritten: zur Zeit, da ich dies schreibe, steht der Zähler bei über 27.000 € und 637 Unterstützern. Neben dem Material, wie wir es brauchen hatten, sollen unter anderem zwei weitere Kapitel (eines als Kickstarter-exklusiv, das andere über ein Stretch Goal) hinzugefügt werden. Außerdem gibt es eine CD mit einem speziellen Soundtrack.

Das Projekt, das geneigte Leser hier finden können, läuft noch bis Sonntagabend um Mitternacht.

Und jetzt zum zweiten Projekt.

Wer unser Blog schon längere Zeit liest, weiß wahrscheinlich schon, dass ich ein ziemlicher Fan des Rollenspielsystems Fate bin besonders interessant finde ich daher dasTäuscherland-Projekt zu Seelenfänger. Dies ist Fate-typisch ein Settingband, in dem nicht nur die Welt beschrieben wird, sondern auch ein paar zusätzliche Regeln, die die Grundregeln von Fate Core für die Welt sprechend anpassen – das gratis downloadbare Fate Core wird zusätzlich benötigt, ist aber (mit Ausnahme von vier Fate-Würfeln) das einzige, was man zusätzlich benötigt. Auch dieses Projekt endet Sonntagabend um Mitternacht. Die Projektseite ist vielversprechend, was Qualität und Optik dieses Bandes betrifft – vor allem die Illustrationen wissen zu gefallen.

Wer also noch ein paar Euro investieren will, hat zwar nicht viel Zeit, könnte aber sicher dümmeres mit seinem Geld anfangen als es in eines dieser Projekte zu stecken. Bei beiden richte ich die Antennen (anstelle von Daumen) hoch.